Methode
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Ernte und Dokumentation

MitredenMitbestimmenEinarbeitungStrukturieren & PriorisierenAnalogDigital1 - 3 Stunden1 Tageinige Wochendirekte Betroffeneinteressierte Öffentlichkeitschwer erreichbare Gruppenorganisierte Akteur:innenkleine Gruppe bis 15mittlere Gruppe bis 30KreativStrukturiert

Art of Harvesting beschreibt Methoden, mit denen Erkenntnisse, Ideen und Erfahrungen aus Beteiligungsprozessen sichtbar gemacht und weiterverarbeitet werden. Im Mittelpunkt steht nicht nur das Ernten, also Sammeln von Ergebnissen, sondern auch das bewusste Festhalten von Lernprozessen, Beziehungen und gemeinsamen Erkenntnissen. Die Methode wird häufig ergänzend zu Dialog- und Beteiligungsformaten eingesetzt.

Ziel

Ziel von Art of Harvesting ist es, Erkenntnisse, Erfahrungen und Ergebnisse aus Beteiligungsprozessen bewusst zu sammeln, sichtbar zu machen und für die weitere Arbeit nutzbar zu machen. Dabei sollen nicht nur Inhalte dokumentiert, sondern auch Lernprozesse, Beziehungen und gemeinsame Bedeutungen festgehalten werden.

Wann sinnvoll?

  • wenn Ergebnisse aus Beteiligungsprozessen sichtbar gemacht werden sollen
  • um Erkenntnisse und Lernprozesse festzuhalten
  • wenn Diskussionen strukturiert dokumentiert werden sollen
  • bei komplexen oder längeren Beteiligungsprozessen
  • wenn Ergebnisse öffentlich nachvollziehbar gemacht werden sollen
  • zur Begleitung von Workshops, Dialogformaten oder Konferenzen

Wann nicht sinnvoll?

  • wenn nur reine Protokolle benötigt werden
  • bei sehr kurzen oder rein informativen Veranstaltungen
  • wenn Ergebnisse nicht weiter genutzt werden sollen
  • bei stark hierarchischen Prozessen ohne offene Beteiligung

Ablauf

Bereits zu Beginn sollte überlegt werden:

  • Was soll festgehalten werden?
  • Welche Ergebnisse sind wichtig?
  • Was soll nach dem Prozess weiter genutzt werden?
  • Welche Erkenntnisse oder Erfahrungen sollen sichtbar werden?
  • Wer arbeitet später mit den Ergebnissen weiter?

Wichtig ist:

  • die Dokumentation früh mitzudenken
  • passende Erntemethoden auszuwählen
  • den Nutzen der Ergebnisse klar zu definieren

Je nach Ziel können unterschiedliche Methoden genutzt werden.

Zum Beispiel:

  • Clustern
  • Mindmaps
  • Graphic Recording
  • Ernteplakate
  • Podcasts oder Videos
  • kreative Methoden wie Theater oder Collagen
  • dialogische Reflexionen
  • KI-gestützte Auswertung

Die Methode sollte immer zum gewünschten Ergebnis passen.

Benötigt werden je nach Methode:

  • Pinnwände, Flipcharts und Stifte
  • Templates oder Vorlagen
  • Moderationskarten
  • große Arbeitsflächen
  • Kameras oder Aufnahmegeräte
  • digitale Tools

Wichtig ist ausreichend Platz für Gruppenarbeit und Dokumentation.

Es sollte festgelegt werden:

  • Wer dokumentiert?
  • Wer sammelt Ergebnisse?
  • Wer fotografiert oder digitalisiert Inhalte?
  • Wer bereitet Ergebnisse später auf?
  • Welche Form der Dokumentation entsteht?

Bei größeren Veranstaltungen können eigene Personen für die Ernte eingeplant werden.

Gute Fragen helfen dabei, Gespräche zu vertiefen und wichtige Erkenntnisse sichtbar zu machen.

Merkmale guter Fragen:

  • offen formuliert, nicht suggestiv Findest du auch, dass...?
  • motivierend
  • verständlich
  • nicht mit Ja oder Nein beantwortbar, dadurch anregend für neue Perspektiven

Die Fragen begleiten den gesamten Prozess.

Die Teilnehmenden reflektieren gemeinsam:

  • Was war besonders wichtig?
  • Was wurde gelernt?
  • Welche Fragen sind entstanden?
  • Welche Ideen bleiben hängen?

Dies kann in Kleingruppen, Lerntriaden oder Spaziergängen stattfinden.

Erkenntnisse werden laufend festgehalten.

Zum Beispiel durch:

  • Templates, Plakate, Notizen
  • Mindmaps, Post-its
  • digitale Dokumentation

Wichtig ist:

  • Ergebnisse verständlich darzustellen
  • Zusammenhänge sichtbar zu machen und Beiträge nachvollziehbar festzuhalten

Bei Methoden wie Graphic Recording werden Gespräche und Ideen direkt visuell dargestellt.

Dabei entstehen:

  • Bildprotokolle
  • Symbole, grafische/ visuelle Zusammenfassungen

Das erleichtert Verständnis, Erinnerung und gemeinsame Orientierung.

Besonders geeignet für:

  • Fishbowls
  • World Cafés
  • Workshops
  • Podiumsdiskussionen
  • Abschlussveranstaltungen

Visuelle Dokumentationen helfen dabei, Zusammenhänge schnell zu erfassen und Ergebnisse langfristig im Gedächtnis zu behalten.

Mit Methoden wie Mindmaps können Ergebnisse verdichtet werden.

Wichtig dabei:

  • Beiträge nicht bewerten
  • Widersprüche zulassen
  • Verbindungen sichtbar machen
  • Beispiele ergänzen

So entstehen gemeinsame Bilder und Erkenntnisse.

Wenn die Beteiligten daran Interesse zeigen, können zusätzlich kreative Methoden eingesetzt werden. Das kann gut bei Jugendlichen ankommen.

Zum Beispiel:

  • Collagen
  • Theater, Pantomime
  • Geschichten, Gedichte
  • Musik

Dadurch werden auch Emotionen, Stimmungen und Erfahrungen sichtbar.

Ergebnisse können anschließend veröffentlicht oder weitergegeben werden.

Zum Beispiel über:

  • Berichte, Videos, Podcasts
  • Ausstellungen
  • Webseiten, Social Media

Dadurch bleiben Prozesse nachvollziehbar und sichtbar.

Nach der Veranstaltung sollten alle Materialien gesichert werden:

  • Fotos von Pinnwänden
  • digitale Dateien speichern
  • Audio- oder Videoaufnahmen sichern
  • Dokumentationen zusammentragen

Wichtig: Analoge Ergebnisse immer fotografieren, bevor sie abgebaut werden.

Anschließend werden die Ergebnisse geordnet:

  • Welche Themen tauchten häufig auf?
  • Welche Ideen wurden priorisiert?
  • Welche offenen Fragen bleiben bestehen?
  • Welche nächsten Schritte wurden vereinbart?

Die Dokumentation sollte möglichst allen Beteiligten zur Verfügung gestellt werden.

Zum Beispiel als:

  • Bericht, Video, Podcast
  • Präsentation
  • digitale Dokumentation, Verbreitung auf Instagram oder TikTok Kanal 
  • Ausstellung

Je mehr die Beteiligten die Ergebnisse ihrer investierten Zeit und Arbeit sehen und vor allem die Auswirkungen in ihrer Stadt erleben, desto eher sind sie bereit, sich auch an diesem und weiteren Projekten zu beteiligen.

Quelle: https://partizipation.at/partizipation-anwenden/methoden/

Hinweise

Tipps

  • Verschiedene Dokumentationsformen nutzen.
  • Mit offenen und neugierig machenden Fragen arbeiten.
  • Ergebnisse, Stimmungen und Lernerfahrungen direkt festhalten .
  • Dafür sorgen, dass Ergebnisse sichtbar bleiben.
  • Bereits vor Beginn überlegen, wer die Ergebnisse später nutzt.

Ungeeignet für

  • Ergebnisse nicht weiterverarbeitet werden sollen
  • keine Zeit für Dokumentation eingeplant ist
  • lediglich Informationen vermittelt werden sollen
  • keine Offenheit für Reflexion oder Lernen besteht

Im Anschluss

Im Anschluss bieten sich Methoden an, die die gesammelten Inhalte ordnen, vertiefen oder in konkrete Schritte überführen. Je nach Ziel können z.B. folgende Formate anschließen:

Workshop

Ein Workshop ist ein moderiertes Arbeitsformat, bei dem Teilnehmende gemeinsam eine Fragestellung bearbeiten, Ideen entwickeln oder Lösungen erarbeiten. Je nach Ziel können Informationen vermittelt, Probleme analysiert oder konkrete Maßnahmen entwickelt werden. Durch die aktive Mitarbeit aller Beteiligten eignet sich die Methode besonders für die gemeinsame Entwicklung von Ergebnissen.

KreativAktivierend

Zukunftwerkkstatt

Die Zukunftswerkstatt ist ein Beteiligungsformat, bei dem Teilnehmende gemeinsam Probleme analysieren, Zukunftsvisionen entwickeln und daraus konkrete Handlungsschritte ableiten. Die Methode verbindet kreatives Denken mit praktischer Planung und eignet sich besonders für Themen, bei denen neue Ideen und langfristige Perspektiven gefragt sind. Die Zukunftswerkstatt ist in drei aufeinander aufbauende Phasen gegliedert: Kritikphase, Utopiephase und Realisierungsphase. Durch diesen klaren Ablauf wechseln die Teilnehmenden bewusst zwischen Kritik, Vision und konkreter Umsetzung. Dadurch entstehen oft kreative und gemeinschaftlich entwickelte Lösungsansätze.

AktivierendKreativ

Planungswerkstatt

Die Planungswerkstatt ist ein Beteiligungsformat, bei dem Bürger:innen gemeinsam mit Fachpersonen, Verwaltung oder Politik an konkreten Planungen arbeiten. In Workshops werden Ideen, Probleme und Vorschläge gesammelt, diskutiert und direkt auf Karten, Plänen oder Modellen sichtbar gemacht. Die Methode eignet sich besonders für Stadtentwicklungs- oder Gestaltungsprozesse, bei denen Menschen ihre Erfahrungen und Vorstellungen aktiv in die Planung einbringen sollen.

AktivierendKreativ
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