Methode
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Planungswerkstatt

MitredenMitbestimmenEinarbeitungAustausch & DiskursAnalog1 - 3 Stunden1 Tagdirekte Betroffeneinteressierte Öffentlichkeitkleine Gruppe bis 15mittlere Gruppe bis 30große Gruppe ab 30AktivierendKreativ

Die Planungswerkstatt ist ein Beteiligungsformat, bei dem Bürger:innen gemeinsam mit Fachpersonen, Verwaltung oder Politik an konkreten Planungen arbeiten. In Workshops werden Ideen, Probleme und Vorschläge gesammelt, diskutiert und direkt auf Karten, Plänen oder Modellen sichtbar gemacht. Die Methode eignet sich besonders für Stadtentwicklungs- oder Gestaltungsprozesse, bei denen Menschen ihre Erfahrungen und Vorstellungen aktiv in die Planung einbringen sollen.

Ziel

Ziel der Planungswerkstatt ist es, Bürger:innen frühzeitig und aktiv in Planungsprozesse einzubeziehen. Gemeinsam mit Fachpersonen werden Ideen, Probleme und Bedürfnisse diskutiert und direkt räumlich verortet oder visualisiert. Dadurch entstehen konkrete Vorschläge und Lösungsansätze, die in die weitere Planung einfließen können. Gleichzeitig fördert die Methode den Austausch zwischen unterschiedlichen Perspektiven und macht Planungsprozesse transparenter und verständlicher.

Wann sinnvoll?

  • bei konkreten räumlichen Planungen
  • wenn Bürger:innen aktiv mitgestalten sollen
  • wenn unterschiedliche Perspektiven zusammengebracht werden sollen
  • bei Stadtentwicklungs- oder Quartiersprojekten
  • wenn gemeinsam konkrete Ideen oder Maßnahmen entwickelt werden sollen

Wann nicht sinnvoll?

  • wenn Entscheidungen bereits feststehen
  • bei sehr abstrakten Themen ohne räumlichen Bezug
  • wenn kaum Zeit für Vorbereitung oder Austausch vorhanden ist
  • bei sehr großen Gruppen ohne ausreichende Moderation

Ablauf

Zuerst überlegen:

  • Welche Themen sollen bearbeitet werden?
  • Welche Fragen sind offen?
  • Welche Entscheidungen können beeinflusst werden?

Die Fragestellungen sollten:

  • verständlich formuliert sein
  • offen genug für Diskussionen bleiben
  • konkrete Bearbeitung ermöglichen

Beispiele:

  • „Wie soll dieser Platz zukünftig genutzt werden?“
  • „Welche Veränderungen braucht das Quartier?“
  • „Wie kann die Aufenthaltsqualität verbessert werden?“

Überlegen:

  • Welche Gruppen sind betroffen?
  • Welche Perspektiven sollten vertreten sein?
  • Welche Konflikte oder Bedürfnisse könnten auftreten?

Wichtig:
Versuchen möglichst unterschiedliche Menschen einzubeziehen.

Passende Expert:innen einladen, z.B.:

  • Stadtplaner:innen, Landschaftsarchitekt:innen
  • Verkehrsplaner:innen
  • Verwaltungsmitarbeitende

Zusätzlich braucht es eine neutrale Moderation, die:

  • Diskussionen begleitet, Redeanteile ausgleicht
  • Ergebnisse strukturiert

Eine Ortsbegehung kann vor dem Workshop oder währenddessen stattfinden.

Dabei können:

  • Probleme sichtbar gemacht, Fragen geklärt
  • erste Ideen gesammelt werden

Hilfreiche Fragen:

  • „Welche Orte funktionieren gut?“
  • „Wo entstehen Konflikte?“
  • „Welche Potenziale sehen Sie?“
  • ausreichend Platz für Gruppenarbeit, große Arbeitsflächen
  • gut sichtbare Karten und Pläne, Materialien für Visualisierung und Dokumentation

Die Arbeitsatmosphäre sollte offen und gemeinschaftlich wirken.

Zu Beginn erklärt die Moderation:

  • Ziel der Veranstaltung, Ablauf
  • Fragestellungen, Beteiligungsspielräume

Wichtig:
Die Teilnehmenden sollten verstehen:

  • welche Themen offen sind
  • wie mit Ergebnissen weitergearbeitet wird

Falls vorgesehen, wird das Gebiet gemeinsam besucht.

Dabei können:

Orte betrachtet, Probleme diskutiert, erste Ideen gesammelt werden.

Die Eindrücke fließen anschließend direkt in die Werkstattarbeit ein.

Die Teilnehmenden arbeiten in Kleingruppen oder gemeinsam im Plenum an verschiedenen Themen oder Fragestellungen.

Dabei können sie:

  • Ideen entwickeln, Probleme markieren
  • Vorschläge diskutieren, Maßnahmen visualisieren

Die Ergebnisse werden direkt sichtbar gemacht:

  • auf Karten, in Plänen
  • oder an Modellen

Expert:innen unterstützen die Gruppen:

  • beantworten Fragen, erklären Rahmenbedingungen
  • geben fachliche Hinweise, helfen bei der Konkretisierung von Ideen

Wichtig:
Die Fachperspektive soll unterstützen, nicht dominieren.

Die Gruppen stellen ihre Ergebnisse im Plenum vor.

Dabei werden:

  • Ideen erklärt, Gemeinsamkeiten sichtbar
  • Unterschiede diskutiert, offene Fragen gesammelt

Die Moderation fasst zentrale Erkenntnisse zusammen.

Zum Abschluss wird gemeinsam besprochen:

  • Welche Ideen sollen weiterverfolgt werden?, Welche Themen bleiben offen?
  • Wie geht es im Prozess weiter?

Wichtig:
Die nächsten Schritte sollten klar kommuniziert werden.

  • Karten und Pläne, Fotos der Arbeitsmaterialien
  • Diskussionen, Vorschläge
  • Prioritäten

Die Dokumentation sollte verständlich und übersichtlich aufbereitet werden.

Analysieren:

  • häufig genannte Themen, Konflikte
  • räumliche Schwerpunkte, konkrete Maßnahmenvorschläge

Die Ergebnisse können anschließend:

  • in Planungen einfließen
  • politisch diskutiert
  • oder in weiteren Beteiligungsformaten vertieft werden

Die Teilnehmenden informieren:

  • welche Vorschläge übernommen werden
  • welche nächsten Schritte folgen
  • wie mit offenen Fragen umgegangen wird

Das schafft Transparenz und Vertrauen.

Quelle: https://mobilitaetsplanung-hessen.de/methodenkoffer-partizipative-planung/

Hinweise

Tipps

  • Möglichst visuell und verständlich arbeiten.
  • Karten und Modelle helfen dabei, Diskussionen greifbarer zu machen.
  • Genügend Zeit für Austausch und Diskussion einplanen.
  • Darauf achten, dass Fachpersonen verständlich sprechen und keine Fachsprache dominiert.
  • Eine Ortsbegehung erleichtert vielen Menschen den Einstieg in die Diskussion. 

Ungeeignet für

  • rein theoretische Themen ohne räumlichen Bezug
  • Prozesse ohne echte Mitgestaltungsmöglichkeiten
  • sehr kurzfristige Entscheidungen
  • Veranstaltungen ohne ausreichende Moderation oder Dokumentation

Im Anschluss

Im Anschluss bieten sich Methoden an, die die gesammelten Inhalte ordnen, vertiefen oder in konkrete Schritte überführen. Je nach Ziel können z.B. folgende Formate anschließen:

Charette

Die Charrette ist ein intensives Beteiligungsformat zur gemeinsamen Entwicklung von Ideen, Visionen und Planungsansätzen für konkrete Orte oder Quartiere. In einem offenen und kreativen Prozess arbeiten Bürger:innen, Fachplaner:innen, Verwaltung und weitere Beteiligte gemeinsam an räumlichen Konzepten und Entwürfen.


StrukturiertAktivierend

Bürgerforum

Das Bürgerforum ist ein Beteiligungsformat, das den Austausch zwischen Bürger:innen, Politik, Verwaltung und weiteren relevanten Akteur:innen ermöglicht. Ziel ist es, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen, gemeinsam Herausforderungen zu diskutieren und Lösungsansätze zu entwickeln. Durch die Kombination aus Präsenzveranstaltungen und digitalen Austauschformaten kann eine größere Anzahl an Menschen über einen längeren Zeitraum eingebunden werden.

StrukturiertAktivierend
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