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Kooperationsplanung

MitredenEinarbeitungVerstehen & Perspektiven sammelnDigitalAnalogeinige Wocheneinige Monatedirekte Betroffeneinteressierte Öffentlichkeitschwer erreichbare Gruppenorganisierte Akteur:innengroße Gruppe ab 30AktivierendStrukturiert

Die Anwaltsplanung ist ein langfristiges Beteiligungsformat, bei dem Bürger:innen durch eine fachlich unterstützende Person begleitet und vertreten werden. Ziel ist es, besonders Menschen mit wenig Einfluss oder Beteiligungserfahrung in Planungsprozessen zu stärken. Die Methode eignet sich vor allem für komplexe oder langfristige Stadtentwicklungs- und Planungsthemen.

Ziel

Ziel der Kooperationsplanung ist es, Menschen in Beteiligungs- und Planungsprozessen fachlich zu unterstützen und ihre Interessen sichtbar zu machen. Besonders Gruppen, die sich sonst selten beteiligen oder wenig Einfluss haben, sollen gestärkt und in Entscheidungen eingebunden werden.

Wann sinnvoll?

  • wenn bestimmte Gruppen in Planungsprozessen bisher wenig gehört werden
  • bei langfristigen Stadtentwicklungs- oder Quartiersprozessen
  • wenn Menschen Unterstützung brauchen, um ihre Interessen zu vertreten
  • um zwischen Verwaltung, Politik und Alltagsperspektiven zu vermitteln
  • wenn Vertrauen zwischen Beteiligten aufgebaut werden soll
  • bei komplexen Planungsprozessen mit vielen Beteiligten
  • wenn Beteiligung kontinuierlich begleitet werden soll

Wann nicht sinnvoll?

  • bei einmaligen oder sehr kleinen Beteiligungsformaten
  • wenn keine langfristigen Ressourcen vorhanden sind
  • wenn keine Bereitschaft besteht, Vorschläge ernsthaft einzubeziehen

Ablauf

Zu Beginn sollte geklärt werden:

  • Welche Themen oder Planungen begleitet werden sollen
  • Welche Rolle die Kooperationsplanung übernimmt
  • Welche Handlungsspielräume bestehen
  • Wie die Zusammenarbeit mit Verwaltung und Politik aussieht
  • Welche Gruppen besonders unterstützt werden sollen

Wichtig ist außerdem:

  • klare Aufgaben festzulegen
  • Zuständigkeiten transparent zu machen
  • Erwartungen realistisch zu kommunizieren

Die Methode richtet sich besonders an Menschen, die in Beteiligungsprozessen oft unterrepräsentiert sind.

Dazu gehören zum Beispiel:

  • Jugendliche
  • Senior:innen
  • Menschen mit wenig Deutschkenntnissen
  • Menschen mit geringem Einkommen
  • Mieter:innen, Bewohner:innen sozial benachteiligter Quartieren
  • Alleinerziehende
  • Menschen mit Behinderungen
  • Menschen ohne Beteiligungserfahrung
  • kleine lokale Initiativen

Wichtig ist, gezielt auf diese Gruppen zuzugehen und Barrieren abzubauen.

Damit die Kooperationsplanung erreichbar bleibt, braucht es einfache und verlässliche Kommunikationsmöglichkeiten.

Zum Beispiel:

  • Telefon, E-Mail, digitale Austauschmöglichkeiten
  • persönliche Gespräche, offene Sprechstunden
  • Stadtteilbüros

Wichtig ist:

  • leicht erreichbar zu sein
  • regelmäßig präsent zu sein
  • verständlich zu kommunizieren

ie Methode funktioniert nur, wenn langfristig Vertrauen entsteht.

Deshalb ist wichtig:

  • kontinuierliche Ansprechpartner:innen zu haben
  • offen und transparent zu arbeiten
  • Anliegen ernst zu nehmen
  • regelmäßig Rückmeldungen zu geben
  • erreichbar und sichtbar im Stadtteil oder Projekt zu sein

Die Kooperationsplaner:innen informieren Bürger:innen über:

  • aktuelle Planungen
  • Beteiligungsmöglichkeiten
  • Rechte und Handlungsmöglichkeiten
  • politische oder verwaltungsbezogene Abläufe

Dabei werden Fachinformationen möglichst verständlich erklärt.

In Gesprächen, Treffen oder Sprechstunden werden:

  • Probleme, Kritik
  • Wünsche, Ideen
  • Interessen

gemeinsam gesammelt und besprochen.

Wichtig ist dabei:

  • aufmerksam zuzuhören
  • unterschiedliche Perspektiven ernst zu nehmen
  • auch unsichere oder zurückhaltende Personen einzubeziehen

Zusammen mit den Beteiligten werden:

  • Lösungsideen, Projektideen
  • Forderungen
  • Stellungnahmen

entwickelt und konkretisiert.

Dabei unterstützen die Kooperationsplaner:innen fachlich und organisatorisch.

Die entwickelten Anliegen werden anschließend in:

  • Verwaltung
  • Politik
  • Fachgremien
  • Planungsprozesse

eingebracht und vertreten.

Die Kooperationsplaner:innen übernehmen dabei eine vermittelnde Rolle zwischen Bürger:innen und Institutionen.

Zusätzlich unterstützen die Kooperationsplaner:innen häufig:

  • Diskussionsveranstaltungen, Beteiligungsprozesse
  • Vernetzung im Stadtteil, Arbeitsgruppen
  • gemeinsame Projekte

Dadurch können langfristige Beteiligungsstrukturen entstehen.

Wichtige Themen und Rückmeldungen sollten regelmäßig dokumentiert werden.

Zum Beispiel:

  • häufig genannte Probleme
  • Konflikte Beteiligungshindernisse
  • Wünsche, Projektideen,

Dadurch werden Entwicklungen und Veränderungen sichtbar.

Besonders wichtig ist eine transparente Kommunikation darüber:

  • welche Themen eingebracht wurden
  • was weiterbearbeitet wird
  • welche Entscheidungen getroffen wurden
  • welche Grenzen bestehen

So entsteht Vertrauen in den Prozess.

Die Erfahrungen aus der Kooperationsplanung können genutzt werden, um:

  • Beteiligungsstrukturen zu verbessern
  • neue Kooperationen aufzubauen
  • Beteiligung gerechter zu gestalten
  • Barrieren langfristig abzubauen

Quelle: https://partizipation.at/partizipation-anwenden/methoden/

Hinweise

Tipps

  • Langfristig und kontinuierlich planen.
  • Niedrig schwellig und gut erreichbar arbeiten.
  • Verständliche Sprache verwenden.
  • Regelmäßig im Gebiet oder Stadtteil präsent sein.
  • Persönliche Beziehungen aufbauen.
  • Transparent über Möglichkeiten und Grenzen kommunizieren.
  • Menschen unterstützen, ohne Entscheidungen für sie zu übernehmen.
  • Ausreichend Zeit für Vertrauensaufbau einplanen.

Ungeeignet für

  • schnelle Ergebnisse erwartet werden
  • keine langfristigen Ressourcen vorhanden sind
  • keine echten Mitgestaltungsmöglichkeiten bestehen
  • Beteiligung nur symbolisch stattfinden soll
  • die Rolle der Anwaltsplanung unklar bleibt

Im Anschluss

Im Anschluss bieten sich Methoden an, die die gesammelten Inhalte ordnen, vertiefen oder in konkrete Schritte überführen. Je nach Ziel können z.B. folgende Formate anschließen:

Planungswerkstatt

Die Planungswerkstatt ist ein Beteiligungsformat, bei dem Bürger:innen gemeinsam mit Fachpersonen, Verwaltung oder Politik an konkreten Planungen arbeiten. In Workshops werden Ideen, Probleme und Vorschläge gesammelt, diskutiert und direkt auf Karten, Plänen oder Modellen sichtbar gemacht. Die Methode eignet sich besonders für Stadtentwicklungs- oder Gestaltungsprozesse, bei denen Menschen ihre Erfahrungen und Vorstellungen aktiv in die Planung einbringen sollen.

AktivierendKreativ

Online-Beteiligung

Online-Beteiligung ist ein digitales Beteiligungsformat, bei dem Menschen über eine Website oder Plattform an Planungs- und Entscheidungsprozessen teilnehmen können. Teilnehmende können dort Informationen abrufen, Ideen einbringen, Kommentare schreiben, Vorschläge bewerten oder gemeinsam an Karten und Themen arbeiten. Die Beteiligung kann live während einer Veranstaltung stattfinden oder über einen längeren Zeitraum unabhängig von Ort und Zeit genutzt werden. Dadurch können viele unterschiedliche Menschen erreicht und Beteiligung flexibler gestaltet werden.

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