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Online-Beteiligung

InformierenMitredenEinarbeitungAustausch & DiskursDigital1 Tag - 1 Wocheeinige Wochendirekte Betroffeneinteressierte Öffentlichkeitgroße Gruppe ab 30so viele wie möglichStrukturiertAktivierend

Online-Beteiligung ist ein digitales Beteiligungsformat, bei dem Menschen über eine Website oder Plattform an Planungs- und Entscheidungsprozessen teilnehmen können. Teilnehmende können dort Informationen abrufen, Ideen einbringen, Kommentare schreiben, Vorschläge bewerten oder gemeinsam an Karten und Themen arbeiten. Die Beteiligung kann live während einer Veranstaltung stattfinden oder über einen längeren Zeitraum unabhängig von Ort und Zeit genutzt werden. Dadurch können viele unterschiedliche Menschen erreicht und Beteiligung flexibler gestaltet werden.

Ziel

Ziel der Online-Beteiligung ist es, Menschen orts- und zeitunabhängig in Planungs- oder Entscheidungsprozesse einzubeziehen. Die Methode ermöglicht es, Informationen transparent bereitzustellen, Meinungen und Ideen zu sammeln sowie Diskussionen und Rückmeldungen öffentlich sichtbar zu machen. Gleichzeitig können durch digitale Beteiligung auch Menschen erreicht werden, die an klassischen Vor-Ort-Veranstaltungen nicht teilnehmen können oder möchten.

Wann sinnvoll?

  • wenn viele Menschen erreicht werden sollen
  • wenn Beteiligung zeitlich flexibel möglich sein soll
  • wenn Informationen öffentlich zugänglich gemacht werden sollen
  • zur Ergänzung von Vor-Ort-Veranstaltungen
  • wenn Kommentare, Abstimmungen oder digitales Mapping genutzt werden sollen

Wann nicht sinnvoll?

  • wenn persönliche Gespräche oder intensive Diskussionen im Vordergrund stehen
  • wenn Zielgruppen kaum digitalen Zugang haben
  • bei sehr kurzfristigen Prozessen

Ablauf

Ein Tool oder eine Plattform wählen, die zu deinem Beteiligungsprozess passt.

Überlege:

  • Welche Funktionen werden benötigt?
  • Soll kommentiert, abgestimmt oder kartiert werden?
  • Wird anonym oder mit Anmeldung gearbeitet?
  • Muss die Plattform mobil nutzbar sein?

Wichtig:
Die Plattform sollte möglichst einfach und barrierearm nutzbar sein.

Informationen verständlich und übersichtlich aufbereiten.

Dazu gehören z.B.:

  • Projektbeschreibungen, Fragestellungen
  • Karten und Pläne
  • Zeitpläne, Ziele des Prozesses

Darauf achten:

  • kurze Texte zu nutzen
  • Fachbegriffe zu erklären
  • Informationen visuell aufzubereiten

Wichtig:
Menschen beteiligen sich eher, wenn sie das Thema schnell verstehen können.

Überlegen:

  • Wie können Menschen mitmachen?
  • Gibt es offene Fragen oder feste Themenbereiche?
  • Wie lange bleibt die Plattform geöffnet?

Planen:

  • Regeln für die Kommunikation
  • Umgang mit Konflikten oder problematischen Beiträgen

Die Plattform vor dem Start testen:

  • Funktionieren alle Links?, Funktioniert die mobile Ansicht?
  • Lädt die Seite schnell?, Können Beiträge problemlos abgeschickt werden?
  • Ist die Plattform barrierearm?

Hilfreich:
Die Plattform vorab von mehreren Personen testen lassen.

Verschiedene Kanäle nutzen:

  • Social Media, Newsletter
  • Website der Kommune, lokale Presse
  • Vereine oder Initiativen, Schulen oder Jugendeinrichtungen

Wichtig:
Klar erklären:

  • worum es geht
  • warum Beteiligung wichtig ist, wie die Teilnahme funktioniert
  • wie lange die Beteiligung läuft
  • Thema
  • Ziele
  • Beteiligungsmöglichkeiten
  • Zeitrahmen

Hilfreich sind:

  • kurze Einführungsvideos
  • FAQ-Bereiche, Schritt-für-Schritt-Erklärungen

Die Teilnehmenden können je nach Plattform:

  • Kommentare schreiben, Fragen stellen
  • Vorschläge einreichen, Ideen bewerten
  • Abstimmen
  • Orte auf Karten markieren

Wichtig:
Die Beteiligung sollte möglichst niedrigschwellig funktionieren.

Die Moderation begleitet den Prozess kontinuierlich.

Sie:

  • beantwortet Fragen, erklärt Inhalte
  • unterstützt bei technischen Problemen
  • achtet auf respektvollen Umgang, greift bei Konflikten ein

Besonders wichtig:
Teilnehmende sollten merken, dass ihre Beiträge wahrgenommen werden.

Die Moderation kann zusätzliche Impulse setzen:

  • Fragen stellen
  • Diskussionen zusammenfassen, Themen bündeln
  • auf interessante Beiträge hinweisen

Dadurch bleibt die Beteiligung lebendig.

Zum Ende wird transparent erklärt:

  • wie es weitergeht
  • wann Ergebnisse veröffentlicht werden
  • wie Beiträge ausgewertet werden

Das stärkt Vertrauen in den Prozess.

Ordnen und analysieren:

  • häufig genannte Themen
  • Wünsche und Kritik, Konflikte, Prioritäten
  • räumliche Hinweise

Darauf achten:

  • unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen
  • Beiträge nachvollziehbar zusammenzufassen

Die Ergebnisse verständlich aufbereiten.

Zum Beispiel:

  • Ergebnisberichte, Visualisierungen
  • Karten, Diagramme, Zusammenfassungen

Die Ergebnisse sollten öffentlich zugänglich sein.

Die Teilnehmenden informieren:

  • welche Erkenntnisse gewonnen wurden
  • welche Vorschläge weiterbearbeitet werden
  • welche nächsten Schritte folgen

Wichtig:
Menschen sollten sehen können, welche Wirkung ihre Beiträge hatten.

Quelle: https://mobilitaetsplanung-hessen.de/methodenkoffer-partizipative-planung/

Hinweise

Tipps

  • Die Plattform möglichst einfach und übersichtlich halten.
  • Verständliche Sprache und kurze Texte nutzen.
  • Ausreichend Zeit für Moderation und Betreuung einplanen.
  • Online-Beteiligung möglichst mit analogen Formaten kombinieren.
  • Besonders hilfreich sind visuelle Inhalte wie Karten, Bilder oder kurze Videos.

Ungeeignet für

  • vertrauliche oder sehr sensible Gespräche
  • Prozesse ohne ausreichende Moderation
  • Zielgruppen ohne digitalen Zugang
  • Themen, die ausschließlich im direkten persönlichen Austausch bearbeitet werden können

Im Anschluss

Im Anschluss bieten sich Methoden an, die die gesammelten Inhalte ordnen, vertiefen oder in konkrete Schritte überführen. Je nach Ziel können z.B. folgende Formate anschließen:

Workshop

Ein Workshop ist ein moderiertes Arbeitsformat, bei dem Teilnehmende gemeinsam eine Fragestellung bearbeiten, Ideen entwickeln oder Lösungen erarbeiten. Je nach Ziel können Informationen vermittelt, Probleme analysiert oder konkrete Maßnahmen entwickelt werden. Durch die aktive Mitarbeit aller Beteiligten eignet sich die Methode besonders für die gemeinsame Entwicklung von Ergebnissen.

KreativAktivierend

Bürgerforum

Das Bürgerforum ist ein Beteiligungsformat, das den Austausch zwischen Bürger:innen, Politik, Verwaltung und weiteren relevanten Akteur:innen ermöglicht. Ziel ist es, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen, gemeinsam Herausforderungen zu diskutieren und Lösungsansätze zu entwickeln. Durch die Kombination aus Präsenzveranstaltungen und digitalen Austauschformaten kann eine größere Anzahl an Menschen über einen längeren Zeitraum eingebunden werden.

StrukturiertAktivierend

Zukunftwerkkstatt

Die Zukunftswerkstatt ist ein Beteiligungsformat, bei dem Teilnehmende gemeinsam Probleme analysieren, Zukunftsvisionen entwickeln und daraus konkrete Handlungsschritte ableiten. Die Methode verbindet kreatives Denken mit praktischer Planung und eignet sich besonders für Themen, bei denen neue Ideen und langfristige Perspektiven gefragt sind. Die Zukunftswerkstatt ist in drei aufeinander aufbauende Phasen gegliedert: Kritikphase, Utopiephase und Realisierungsphase. Durch diesen klaren Ablauf wechseln die Teilnehmenden bewusst zwischen Kritik, Vision und konkreter Umsetzung. Dadurch entstehen oft kreative und gemeinschaftlich entwickelte Lösungsansätze.

AktivierendKreativ
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