Methode
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Umfrage

InformierenEinarbeitungVerstehen & Perspektiven sammelnAnalogDigital> 1 Stundedirekte Betroffeneinteressierte Öffentlichkeitschwer erreichbare Gruppenso viele wie möglichEinfachStrukturiert

Die Umfrage ist eine Beteiligungsmethode, mit der Meinungen, Erfahrungen, Bedürfnisse oder Einschätzungen vieler Menschen systematisch erfasst werden können. Sie eignet sich besonders, um schnell eine große Anzahl an Rückmeldungen zu sammeln und Trends oder Stimmungen sichtbar zu machen. Umfragen können analog, digital oder kombiniert durchgeführt werden. Die Fragen können geschlossen formuliert sein, etwa mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten, oder offen, sodass Teilnehmende eigene Antworten formulieren können. Während geschlossene Fragen eine einfache und vergleichbare Auswertung ermöglichen, liefern offene Fragen oft detailliertere Einblicke und persönliche Perspektiven.

Ziel

Ziel einer Umfrage ist es, möglichst viele Rückmeldungen zu einem Thema zu sammeln und daraus Erkenntnisse über Meinungen, Bedürfnisse, Erfahrungen oder Prioritäten abzuleiten. Die Methode hilft dabei, ein breites Stimmungsbild sichtbar zu machen und Entscheidungen oder Planungsprozesse auf eine größere Datengrundlage zu stützen.

Wann sinnvoll?

  • wenn viele Menschen erreicht werden sollen
  • wenn Meinungen oder Bedürfnisse systematisch erhoben werden sollen
  • als Einstieg in Beteiligungsprozesse
  • zur Priorisierung von Themen
  • wenn Ergebnisse vergleichbar ausgewertet werden sollen
  • bei kurzen und klaren Fragestellungen

Wann nicht sinnvoll?

  • wenn intensive Diskussionen oder gemeinsames Arbeiten notwendig sind
  • bei sehr komplexen oder erklärungsbedürftigen Themen
  • wenn persönliche Gespräche im Vordergrund stehen

Ablauf

Zuerst überlegen:

  • Was soll herausgefunden werden?
  • Welche Informationen werden benötigt?
  • Wie sollen die Ergebnisse später genutzt werden?

Wichtig:
Die Ziele sollten möglichst konkret formuliert sein.

Beispiele:

  • „Wie zufrieden sind Menschen mit dem öffentlichen Raum?“
  • „Welche Mobilitätsprobleme erleben Bewohner:innen?“
  • „Welche Maßnahmen werden priorisiert?“

Überlegen:

  • Wen möchtest du erreichen?, Wer ist besonders betroffen?
  • Soll die gesamte Öffentlichkeit teilnehmen oder nur bestimmte Gruppen?

Zum Beispiel:

  • Anwohnende oder Pendler:innen
  • Jugendliche
  • Senior:innen
  • Gewerbetreibende

Die Zielgruppe beeinflusst die Sprache und Länge der Umfrage. Passe die Verbreitungskanäle und das Format der Umfrage entsprechend an.

Die Fragen verständlich, kurz, eindeutig und neutral formulieren.

Fachsprache, doppelte Fragen und suggestive Formulierungen vermeiden.

Schlechte Frage:

  • „Finden Sie auch, dass der Platz dringend verbessert werden muss?“

Besser:

  • „Wie bewerten Sie die aktuelle Situation auf dem Platz?“

Geschlossene Fragen eignen sich:

  • für schnelle Auswertung
  • Vergleiche
  • Abstimmungen oder Bewertungen

Zum Beispiel:

  • Skalen
  • Ja/Nein-Fragen
  • Multiple Choice

Offene Fragen eignen sich:

  • für persönliche Einschätzungen
  • neue Ideen
  • detaillierte Rückmeldungen

Oft ist eine Kombination sinnvoll.

Festlegen:

  • online oder analog
  • QR-Code, Website, Papierfragebogen
  • Verteilung über Social Media, Post oder Veranstaltungen

Wichtig:
Die Umfrage sollte möglichst leicht zugänglich sein.

Darauf achten:

  • einfache Sprache zu nutzen
  • Übersetzungen anzubieten
  • mobile Nutzung zu ermöglichen
  • Schriftgrößen gut lesbar zu gestalten

Wichtig:
Möglichst viele Menschen sollten teilnehmen können.

  • soziale Medien
  • Newsletter, lokale Presse
  • Vereine, Schulen
  • Aushänge, Veranstaltungen

Hilfreich:
Kurz erklären:

  • warum die Umfrage wichtig ist
  • wie lange sie dauert
  • wie die Ergebnisse genutzt werden

Im Rahmen des Ortsteilfests in Herberhausen wurde das Beteiligungsformat „Unterwegs in Detmold“ entwickelt. Ziel war es, möglichst viele Besucher:innen auf spielerische Weise zu ihrer Mobilität und ihren Erfahrungen im Alltag zu befragen. Die Umfrage sollte schnell verständlich sein, ohne lange Erklärungen auskommen und gleichzeitig Interesse am Thema wecken.

Für die Umfrage wurden sechs interaktive Abstimmungssäulen entwickelt, die mit Ultraschallsensoren ausgestattet waren. Die Teilnehmenden beantworteten die Fragen, indem sie einen Ball in die gewünschte Säule einwarfen. Jeder Einwurf wurde automatisch erfasst und unmittelbar ausgewertet. Die Ergebnisse erschienen in Echtzeit auf einem Bildschirm und konnten von allen Anwesenden verfolgt werden.
Das Beispiel erweitert die klassische Umfrage um spielerische und technische Elemente. Die eigentliche Datenerhebung erfolgt zwar über eine Abstimmung, der Fokus liegt jedoch stärker auf der interaktiven Beteiligung und der unmittelbaren Visualisierung der Ergebnisse.
Die Fragen waren bewusst kurz und leicht verständlich formuliert, sodass die Teilnahme innerhalb weniger Sekunden möglich war. Durch die direkte Rückmeldung entstand häufig ein Gespräch über die Ergebnisse und unterschiedliche Sichtweisen der Teilnehmenden.

Die interaktive Umfrage sollte klassische Abstimmungen um ein spielerisches und technisches Element ergänzen. Die unmittelbare Visualisierung machte sichtbar, dass jede abgegebene Stimme berücksichtigt wird und Teil eines gemeinsamen Ergebnisses ist. Gleichzeitig konnte eine große Anzahl von Rückmeldungen in kurzer Zeit gesammelt werden, ohne lange Wartezeiten oder ausführliche Erklärungen.

Das interaktive Format wurde von den Besucher:innen sehr gut angenommen. Insgesamt beteiligten sich 74 Personen an der Umfrage. Besonders die direkte Visualisierung der Ergebnisse erhöhte das Interesse und führte dazu, dass viele Teilnehmende die Entwicklung der Abstimmung weiterverfolgten oder mit anderen über die Ergebnisse ins Gespräch kamen. Der spielerische Charakter erleichterte den Zugang zur Beteiligung und motivierte auch Personen, die sich an klassischen Befragungen vermutlich nicht beteiligt hätten.

Die technische Umsetzung sollte vor Beginn der Veranstaltung sorgfältig getestet werden, um einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen. Die Fragestellungen müssen kurz, eindeutig und ohne zusätzliche Erklärung verständlich sein. Ebenso wichtig ist eine gut sichtbare Darstellung der Ergebnisse, da die unmittelbare Rückmeldung einen wesentlichen Bestandteil des Beteiligungsformats bildet. Die Abstimmungsstationen sollten außerdem so platziert werden, dass sie Aufmerksamkeit erzeugen und gleichzeitig ausreichend Platz für wartende oder interessierte Personen bieten.

Die Umfrage wird online veröffentlicht oder vor Ort ausgegeben

Wichtig:
Die Teilnahme sollte möglichst unkompliziert sein.

Teilnehmende sollten:

  • Fragen stellen können
  • Unterstützung bei technischen Problemen erhalten
  • Informationen zum Datenschutz finden

Das schafft Vertrauen.

Während der Laufzeit kann regelmäßig erinnert und auf die Umfrage hingewiesen werden.

Bei längeren Umfragen helfen:

  • Erinnerungen
  • kleine Anreize
  • persönliche Ansprache

um die Beteiligung zu erhöhen.

Transparent informieren:

  • welche Daten erhoben werden
  • wie sie gespeichert werden
  • ob Antworten anonym sind
  • wer Zugriff auf die Daten hat

Besonders wichtig:
personenbezogene Daten nur erheben, wenn sie wirklich notwendig sind.

Die Antworten werden:

  • quantitativ
  • qualitativ
  • oder kombiniert

ausgewertet.

Dabei können sichtbar werden:

  • häufige Meinungen, Prioritäten
  • Konflikte, Unterschiede zwischen Gruppen

Die Ergebnisse verständlich aufbereiten.

Zum Beispiel mit:

  • Diagrammen
  • Karten
  • Tabellen
  • Zitaten
  • Zusammenfassungen

Wichtig:
Die Ergebnisse sollten leicht verständlich sein.

Die Teilnehmenden informieren:

  • über zentrale Erkenntnisse
  • mögliche Konsequenzen
  • nächste Schritte

Dadurch wird sichtbar, dass die Beteiligung Wirkung hatte.

Quelle: https://mobilitaetsplanung-hessen.de/methodenkoffer-partizipative-planung/

Hinweise

Tipps

  • Die Umfrage vorab mit einigen Personen testen.
  • Kurze und verständliche Umfragen werden häufiger beantwortet.
  • Zu viele offene Fragen erhöhen den Auswertungsaufwand deutlich.
  • Möglichst verschiedene Verbreitungswege nutzen, um unterschiedliche Gruppen zu erreichen.
  • Eine transparente Kommunikation erhöht die Teilnahmebereitschaft.

Ungeeignet für

  • komplexe Konfliktbearbeitung
  • intensive Diskussionen oder gemeinsame Lösungsentwicklung
  • Themen mit hohem Erklärungsbedarf
  • kleine Gruppen mit Bedarf an persönlichem Austausch

Im Anschluss

Im Anschluss bieten sich Methoden an, die die gesammelten Inhalte ordnen, vertiefen oder in konkrete Schritte überführen. Je nach Ziel können z.B. folgende Formate anschließen:

Workshop

Ein Workshop ist ein moderiertes Arbeitsformat, bei dem Teilnehmende gemeinsam eine Fragestellung bearbeiten, Ideen entwickeln oder Lösungen erarbeiten. Je nach Ziel können Informationen vermittelt, Probleme analysiert oder konkrete Maßnahmen entwickelt werden. Durch die aktive Mitarbeit aller Beteiligten eignet sich die Methode besonders für die gemeinsame Entwicklung von Ergebnissen.

KreativAktivierend

Fishbowl

Die Fishbowl ist ein einfaches Diskussionsformat für größere Gruppen, das Bewegung in klassische Gesprächssituationen bringt. Statt einer festen Gesprächsrunde entsteht ein offener Austausch, bei dem sich Beteiligte flexibel einbringen können. So entwickelt sich eine lebendige Diskussion, die verschiedene Perspektiven sichtbar macht.

StrukturiertAktivierend

Planungswerkstatt

Die Planungswerkstatt ist ein Beteiligungsformat, bei dem Bürger:innen gemeinsam mit Fachpersonen, Verwaltung oder Politik an konkreten Planungen arbeiten. In Workshops werden Ideen, Probleme und Vorschläge gesammelt, diskutiert und direkt auf Karten, Plänen oder Modellen sichtbar gemacht. Die Methode eignet sich besonders für Stadtentwicklungs- oder Gestaltungsprozesse, bei denen Menschen ihre Erfahrungen und Vorstellungen aktiv in die Planung einbringen sollen.

AktivierendKreativ
Gemerkte Methoden0 Methoden

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