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Marktplatzdialog

InformierenEinarbeitungVerstehen & Perspektiven sammelnAnalog> 1 Stundedirekte Betroffeneinteressierte Öffentlichkeitso viele wie möglichEinfachStrukturiert

Der Marktplatzdialog ist ein niedrigschwelliges Beteiligungsformat im öffentlichen Raum. Dabei kommen Beteiligte direkt mit Menschen vor Ort ins Gespräch, z.B. auf Marktplätzen, in Fußgängerzonen oder an Haltestellen. Ziel ist es, Meinungen, Erfahrungen und Bedürfnisse möglichst unkompliziert zu sammeln und gleichzeitig über Projekte oder Beteiligungsmöglichkeiten zu informieren. Oft findet der Austausch an einem mobilen Stand statt, der gut sichtbar und offen gestaltet ist. Dadurch können auch Menschen erreicht werden, die normalerweise nicht an klassischen Beteiligungsveranstaltungen teilnehmen würden.

Ziel

Ziel des Marktplatzdialogs ist es, Menschen direkt in ihrem Alltag anzusprechen und unkompliziert mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Dabei werden Erfahrungen, Bedürfnisse und Meinungen gesammelt sowie Informationen zu Projekten oder Vorhaben vermittelt. Gleichzeitig schafft die Methode Sichtbarkeit für Beteiligungsprozesse und kann Menschen motivieren, sich auch langfristig einzubringen.

Wann sinnvoll?

  • wenn viele unterschiedliche Menschen erreicht werden sollen
  • um niedrigschwellige Beteiligung anzubieten
  • als Einstieg in größere Beteiligungsprozesse
  • wenn Informationen direkt vor Ort vermittelt werden sollen
  • um spontane Meinungen und Stimmungen einzufangen

Wann nicht sinnvoll?

  • wenn sehr ausführliche oder vertrauliche Gespräche notwendig sind
  • wenn komplexe Themen intensiv bearbeitet werden sollen
  • bei Orten mit wenig Publikumsverkehr
  • wenn keine Kapazitäten für direkte Ansprache vorhanden sind

Ablauf

Zuerst überlegen:

  • Welche Informationen sollen gesammelt werden?
  • Welche Menschen sollen erreicht werden?
  • Welche Themen sollen angesprochen werden?

Außerdem festlegen:

  • welche Informationen vermittelt werden sollen
  • wie die Ergebnisse später genutzt werden

Einen Ort wählen:

  • mit viel Publikumsverkehr, möglichst angenehmer Atmosphäre
  • mit guter Sichtbarkeit, ausreichend Platz

Geeignete Orte können sein:

  • Marktplätze, Fußgängerzonen
  • Bahnhöfe oder Haltestellen
  • Stadtteilzentren, Veranstaltungen oder Wochenmärkte

Der Stand sollte:

  • offen und einladend wirken, gut sichtbar sein
  • verständliche Informationen bieten

Hilfreich sind:

  • große Überschriften, kurze Texte
  • Karten oder Bilder, Sitzmöglichkeiten für Gespräche

Wichtig:
Wetter- und Sonnenschutz mit einplanen.

Kurze und verständliche Fragen vorbereiten.

Zum Beispiel:

  • „Wie erleben Sie diesen Ort im Alltag?“
  • „Was funktioniert hier gut?“
  • „Was sollte verbessert werden?“
  • „Welche Wünsche haben Sie für die Zukunft?“

Die Gespräche sollten flexibel bleiben und Raum für spontane Themen lassen.

Das Team sollte:

  • offen auf Menschen zugehen können
  • aktiv zuhören, verständlich erklären können
  • respektvoll mit Kritik umgehen

Hilfreich ist eine kurze gemeinsame Vorbereitung:

  • Wer spricht Menschen an?
  • Wer dokumentiert?
  • Wie gehen wir mit schwierigen Situationen um?
  • mobiler Stand oder Tisch, Pavillon oder Wetterschutz
  • Flyer und Informationsmaterialien
  • Poster oder Pläne
  • Klemmbretter und Stifte
  • ggf. Fragebögen oder Kartenmaterial
  • Dokumentationsmaterialien

Den Stand gut sichtbar aufbauen und darauf achten, dass:

  • Informationen leicht lesbar sind
  • Materialien griffbereit liegen
  • Gespräche angenehm geführt werden können

Eine offene Gestaltung erleichtert spontane Kontakte.

Passant:innen freundlich und niedrigschwellig ansprechen.

Zum Beispiel:

  • „Haben Sie kurz Zeit für Ihre Meinung zu diesem Ort?“
  • „Wir sammeln Ideen zur Zukunft des Quartiers.“
  • „Wie erleben Sie die Verkehrssituation hier?“

Wichtig:
Nicht drängen. Viele Gespräche entstehen erst durch eine offene Atmosphäre.

Die Gespräche dauern meist zwischen 10 und 20 Minuten.

Dabei können:

  • Erfahrungen gesammelt
  • Probleme sichtbar gemacht
  • Wünsche aufgenommen
  • Informationen vermittelt werden

Wichtig:

  • aktiv zuhören, verständlich sprechen
  • offen nachfragen, unterschiedliche Perspektiven ernst nehmen

Hilfreiche Nachfragen:

  • „Können Sie das genauer beschreiben?“
  • „Wann tritt das Problem besonders auf?“
  • „Welche Lösung würden Sie sich wünschen?“

Fragebögen oder Notizen nutzen, um Aussagen festzuhalten.

Dokumentieren:

  • wiederkehrende Themen
  • Wünsche und Kritik
  • besondere Hinweise oder Ideen

Falls Karten genutzt werden:

  • markiere genannte Orte direkt sichtbar

Informiere die Menschen:

  • wie es mit dem Projekt weitergeht
  • welche Beteiligungsmöglichkeiten noch folgen
  • wo weitere Informationen verfügbar sind

Das hilft dabei, Menschen langfristig einzubinden.

Die Aussagen thematisch ordnen und analysieren:

  • häufig genannte Probleme
  • Wünsche
  • Konflikte
  • räumliche Schwerpunkte

Quelle: https://mobilitaetsplanung-hessen.de/methodenkoffer-partizipative-planung/

Eine verständliche Zusammenfassung der Gespräche und Erkenntnisse erstellen.

Dafür nutzen:

  • Fotos, Karten
  • Zitate
  • thematische Cluster

Die Ergebnisse können:

  • in Planungen einfließen
  • Grundlage für weitere Beteiligung sein
  • Themen für Workshops oder Diskussionen liefern

Quelle: https://mobilitaetsplanung-hessen.de/methodenkoffer-partizipative-planung/

Hinweise

Tipps

  • Menschen offen und freundlich ansprechen.
  • Kurze und verständliche Fragen funktionieren oft besser als lange Erklärungen.
  • Visuelle Materialien nutzen, damit Themen schnell verständlich werden.
  • Genügend Personal einplanen. Gespräche und Dokumentation gleichzeitig sind schwierig.
  • Besonders hilfreich ist die Methode an Orten, an denen Menschen ohnehin Zeit verbringen.

Ungeeignet für

  • lange oder vertrauliche Gespräche
  • komplexe Entscheidungsprozesse
  • Themen, die intensive Diskussionen oder Gruppenarbeit benötigen
  • ruhige Orte mit wenig Laufkundschaft

Im Anschluss

Im Anschluss bieten sich Methoden an, die die gesammelten Inhalte ordnen, vertiefen oder in konkrete Schritte überführen. Je nach Ziel können z.B. folgende Formate anschließen:

Workshop

Ein Workshop ist ein moderiertes Arbeitsformat, bei dem Teilnehmende gemeinsam eine Fragestellung bearbeiten, Ideen entwickeln oder Lösungen erarbeiten. Je nach Ziel können Informationen vermittelt, Probleme analysiert oder konkrete Maßnahmen entwickelt werden. Durch die aktive Mitarbeit aller Beteiligten eignet sich die Methode besonders für die gemeinsame Entwicklung von Ergebnissen.

KreativAktivierend

Zukunftwerkkstatt

Die Zukunftswerkstatt ist ein Beteiligungsformat, bei dem Teilnehmende gemeinsam Probleme analysieren, Zukunftsvisionen entwickeln und daraus konkrete Handlungsschritte ableiten. Die Methode verbindet kreatives Denken mit praktischer Planung und eignet sich besonders für Themen, bei denen neue Ideen und langfristige Perspektiven gefragt sind. Die Zukunftswerkstatt ist in drei aufeinander aufbauende Phasen gegliedert: Kritikphase, Utopiephase und Realisierungsphase. Durch diesen klaren Ablauf wechseln die Teilnehmenden bewusst zwischen Kritik, Vision und konkreter Umsetzung. Dadurch entstehen oft kreative und gemeinschaftlich entwickelte Lösungsansätze.

AktivierendKreativ

Bürgerforum

Das Bürgerforum ist ein Beteiligungsformat, das den Austausch zwischen Bürger:innen, Politik, Verwaltung und weiteren relevanten Akteur:innen ermöglicht. Ziel ist es, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen, gemeinsam Herausforderungen zu diskutieren und Lösungsansätze zu entwickeln. Durch die Kombination aus Präsenzveranstaltungen und digitalen Austauschformaten kann eine größere Anzahl an Menschen über einen längeren Zeitraum eingebunden werden.

StrukturiertAktivierend
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