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Community Mapping (kartenbasiertes Verfahren)

MitredenEinarbeitungIdeen entwickelnAnalogDigital1 - 3 Stundendirekte Betroffeneinteressierte Öffentlichkeitkleine Gruppe bis 15SpielerischAktivierend

Community Mapping ist ein Beteiligungsformat, bei dem Menschen ihre Wahrnehmung eines Gebiets mithilfe von Karten oder Zeichnungen sichtbar machen. Dabei markieren sie wichtige Orte, häufig genutzte Wege, Barrieren oder problematische Situationen im Alltag. So werden lokale Erfahrungen und Bedürfnisse gesammelt und räumlich verortet.

Ziel

Ziel des Community Mappings ist es, die Sichtweisen, Wege, Bedürfnisse und Probleme von Menschen in einem bestimmten Gebiet sichtbar zu machen. Durch das gemeinsame Arbeiten mit Karten entstehen konkrete Hinweise darauf, wie Orte genutzt werden, wo Barrieren oder Konflikte entstehen und welche Veränderungen sich die Teilnehmenden wünschen. Die Methode schafft eine gute Grundlage, um lokale Erfahrungen besser zu verstehen und daraus gemeinsam Ideen oder Maßnahmen für die weitere Planung abzuleiten.

Wann sinnvoll?

  • wenn lokale Erfahrungen und Alltagswissen gesammelt werden sollen
  • bei Themen wie Mobilität, Sicherheit oder Barrierefreiheit
  • wenn konkrete Orte oder Wege diskutiert werden
  • für die Arbeit mit bestimmten Zielgruppen, z.B. Kindern, Jugendlichen oder Senior:innen

Wann nicht sinnvoll?

  • wenn keine Karten oder räumlichen Bezüge benötigt werden
  • wenn sehr abstrakte Themen diskutiert werden sollen
  • wenn Teilnehmende Schwierigkeiten im Umgang mit Karten haben und keine Unterstützung möglich ist
  • wenn schnelle Entscheidungen ohne Beteiligungsprozess getroffen werden sollen

Ablauf

Zuerst überlegen:

  • Welche Personen sollen beteiligt werden?
  • Welches Gebiet soll betrachtet werden?
  • Welche Fragestellung steht im Mittelpunkt?

Zum Beispiel:

  • Schulwege von Kindern
  • Mobilität älterer Menschen
  • Barrierefreiheit im Quartier
  • Angsträume im öffentlichen Raum

Je nach Thema können mehrere Veranstaltungen mit unterschiedlichen Gruppen sinnvoll sein.

Gut lesbare und ausreichend große Karten vorberieten.

Darauf achten:

  • wichtige Straßen und Orte sichtbar sind
  • die Karten nicht zu kompliziert wirken
  • genügend Platz zum Einzeichnen vorhanden ist

Falls digital gearbeitet wird:

  • teste die Software vorher
  • stelle technische Unterstützung bereit

Planen:

  • einen gut erreichbaren Raum
  • ausreichend Arbeitsflächen
  • Material für alle Teilnehmenden
  • genügend Zeit für Austausch und Diskussion

Bei längeren Veranstaltungen kann ein kleines Catering hilfreich sein.

Zielgruppengerechte Kanäle nutzen:

  • soziale Medien
  • Aushänge
  • Schulen oder Vereine
  • Nachbarschaftsinitiativen
  • Senior:innentreffs

Wichtig:
Bereits in der Einladung verständlich erklären:

  • worum es geht
  • warum die Teilnahme wichtig ist
  • was mit den Ergebnissen passiert

Zu Beginn erklärt die Moderation:

  • Ziel der Veranstaltung
  • Ablauf
  • Umgang mit dem Kartenmaterial

Wichtig:
Nicht alle Menschen arbeiten regelmäßig mit Karten. Deshalb genug Zeit für Erklärungen einplanen.

Hilfreiche Formulierungen:

  • „Markieren Sie Orte, die für Sie wichtig sind.“
  • „Zeigen Sie Wege, die Sie häufig nutzen.“
  • „Wo fühlen Sie sich unsicher oder eingeschränkt?“

Die Teilnehmenden arbeiten einzeln oder in kleinen Gruppen an den Karten.

Dabei können sie:

  • Wege einzeichnen
  • Orte markieren
  • Kommentare ergänzen
  • Probleme sichtbar machen
  • Ideen oder Wünsche notieren

Zum Beispiel:

  • gefährliche Kreuzungen
  • fehlende Sitzmöglichkeiten
  • dunkle Wege
  • beliebte Treffpunkte
  • Orte mit schlechter Erreichbarkeit

Hilfreich ist eine gemeinsame Legende mit Symbolen oder Farben.

Zum Beispiel:

  • rot = problematisch
  • grün = positiv
  • blau = wichtige Wege

Während der Kartierung unterstützt die Moderation die Teilnehmenden.

Die Moderation:

  • beantwortet Fragen
  • hilft beim Lesen der Karten
  • ermutigt ruhigere Personen
  • fragt bei interessanten Hinweisen nach

Hilfreiche Fragen:

  • „Warum ist dieser Ort wichtig?“
  • „Wann tritt das Problem besonders auf?“
  • „Wer ist davon betroffen?“

Nach der Arbeitsphase stellen die Teilnehmenden ihre Karten im Plenum vor.

Dabei erklären sie:

  • welche Orte markiert wurden
  • welche Probleme sichtbar wurden
  • welche Wünsche oder Ideen entstanden sind

Die Moderation sammelt:

  • Gemeinsamkeiten
  • Unterschiede
  • häufig genannte Themen

Dokumentieren:

  • Karten
  • Kommentare
  • Diskussionen
  • zentrale Erkenntnisse

Dafür nutzen:

  • Fotos
  • digitale Übertragung der Karten
  • Zusammenfassungen

Analysieren:

  • welche Orte besonders häufig genannt wurden
  • welche Probleme sich wiederholen
  • welche Bedarfe sichtbar werden

Die Ergebnisse können anschließend:

  • in weitere Planungen einfließen
  • Grundlage für Maßnahmen sein
  • in anderen Beteiligungsformaten weiterbearbeitet werden

Quelle: https://mobilitaetsplanung-hessen.de/methodenkoffer-partizipative-planung/

Hinweise

Tipps

  • Mit möglichst einfachen und gut lesbaren Karten arbeiten.
  • Farben und Symbole nutzen, um die Orientierung zu erleichtern.
  • Darauf achten, dass alle Teilnehmenden Unterstützung beim Arbeiten mit Karten erhalten können.
  • Besonders hilfreich ist die Methode, wenn konkrete Orte oder Wege im Mittelpunkt stehen.

Ungeeignet für

  • komplexe Entscheidungsprozesse
  • große Gruppen mit wenig Austauschmöglichkeit
  • Situationen, in denen keine räumliche Verortung relevant ist

Im Anschluss

Im Anschluss bieten sich Methoden an, die die gesammelten Inhalte ordnen, vertiefen oder in konkrete Schritte überführen. Je nach Ziel können z.B. folgende Formate anschließen:

Fokusgruppen

Eine Fokusgruppe ist ein moderiertes Gruppengespräch (typisch 5–8 Personen), bei dem Einstellungen, Bedürfnisse und Reaktionen zu einem Thema explorativ erhoben werden. Der Erkenntnisgewinn entsteht nicht nur durch einzelne Aussagen, sondern durch die Interaktion der Teilnehmenden.

EinfachStrukturiert

Workshop

Ein Workshop ist ein moderiertes Arbeitsformat, bei dem Teilnehmende gemeinsam eine Fragestellung bearbeiten, Ideen entwickeln oder Lösungen erarbeiten. Je nach Ziel können Informationen vermittelt, Probleme analysiert oder konkrete Maßnahmen entwickelt werden. Durch die aktive Mitarbeit aller Beteiligten eignet sich die Methode besonders für die gemeinsame Entwicklung von Ergebnissen.

KreativAktivierend

Planungswerkstatt

Die Planungswerkstatt ist ein Beteiligungsformat, bei dem Bürger:innen gemeinsam mit Fachpersonen, Verwaltung oder Politik an konkreten Planungen arbeiten. In Workshops werden Ideen, Probleme und Vorschläge gesammelt, diskutiert und direkt auf Karten, Plänen oder Modellen sichtbar gemacht. Die Methode eignet sich besonders für Stadtentwicklungs- oder Gestaltungsprozesse, bei denen Menschen ihre Erfahrungen und Vorstellungen aktiv in die Planung einbringen sollen.

AktivierendKreativ
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