Methode
Als PDF

Exkursion

MitredenKonzeptentwicklungAustausch & DiskursAnalog1 - 3 Stunden1 Tagdirekte Betroffeneinteressierte Öffentlichkeitkleine Gruppe bis 15SpielerischAktivierend

Eine Exkursion ist ein gemeinsamer Besuch eines Ortes außerhalb des gewohnten Umfelds, um neue Ansätze, Projekte oder Lösungen kennenzulernen. Die Teilnehmenden schauen sich konkrete Beispiele vor Ort an, tauschen Erfahrungen aus und diskutieren gemeinsam, welche Ideen oder Maßnahmen auf die eigene Situation übertragen werden können. Exkursionen eignen sich besonders, um komplexe Themen greifbarer zu machen. Statt nur über Planungen oder Konzepte zu sprechen, können reale Orte erlebt und direkt gemeinsam reflektiert werden. Die Methode wird häufig bei Stadtentwicklung, Mobilität, öffentlichem Raum oder Klimaanpassung eingesetzt.

Ziel

Ziel der Exkursion ist es, neue Perspektiven, Lösungsansätze und Beispiele kennenzulernen und gemeinsam zu reflektieren. Durch das direkte Erleben vor Ort entstehen oft konkretere Diskussionen und neue Ideen für die eigene Planung oder Situation. Die Methode unterstützt den Austausch zwischen Teilnehmenden und schafft eine gemeinsame Grundlage für weitere Gespräche oder Entscheidungen.

Wann sinnvoll?

  • wenn konkrete Beispiele gezeigt werden sollen
  • wenn Inspiration für eigene Projekte gesucht wird
  • bei räumlichen oder gestalterischen Themen
  • um Diskussionen greifbarer und anschaulicher zu machen
  • wenn verschiedene Akteur:innen gemeinsam Erfahrungen sammeln sollen

Wann nicht sinnvoll?

  • wenn keine passenden Beispiele oder Orte verfügbar sind
  • wenn ausschließlich Entscheidungen getroffen werden sollen
  • wenn wenig Zeit für Austausch oder Reflexion vorhanden ist
  • wenn der organisatorische Aufwand nicht geleistet werden kann

Ablauf

  • ggf. Fahrkarten oder Transportmittel
  • Informationsmaterialien
  • Notizmaterial
  • ggf. Kameras oder Tablets zur Dokumentation
  • ggf. Audio-Systeme bei größeren Gruppen
  • Verpflegung bei längeren Exkursionen

Zuerst überlegen:

  • Was sollen die Teilnehmenden lernen oder mitnehmen?
  • Welche Fragestellung steht im Mittelpunkt?
  • Welcher Ort eignet sich dafür?

Zum Beispiel:

  • gelungene Verkehrsberuhigung
  • Umgestaltung eines öffentlichen Platzes
  • Beteiligungsprojekt in einem anderen Stadtteil
  • innovative Mobilitätslösungen

Eine Person bestimmen, die:

  • die Gruppe begleitet
  • Informationen vermittelt
  • Fragen beantwortet
  • Diskussionen moderiert

Hilfreich ist eine Person mit:

  • Fachwissen zum Thema
  • Ortskenntnissen
  • Erfahrung in Gruppenmoderation
  • Route, Treffpunkte 
  • Zeitrahmen, Pausen
  • Diskussionsphasen

Darauf achten:

  • genügend Zeit für Austausch einzuplanen
  • Wege realistisch einzuschätzen
  • Überforderung durch zu viele Stationen zu vermeiden

Überprüfen:

  • Barrierefreiheit der Wege
  • Sitzmöglichkeiten
  • Toiletten
  • Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Wichtig:
Alle Teilnehmenden sollten die Möglichkeit haben, an der Exkursion vollständig teilzunehmen.

Kurze und verständliche Informationen vorbereiten:

  • Hintergrund zum Ort
  • Ziele des Projekts
  • Besonderheiten oder Herausforderungen, zentrale Fragestellungen

Hilfreich sind:

  • Lagepläne, Fotos
  • Vorher-Nachher-Beispiele

Zu Beginn erklärt die Moderation:

  • Ziel der Exkursion
  • Ablauf, Route
  • Gesprächsregeln

Hilfreiche Formulierungen:

  • „Achten Sie darauf, wie der Ort genutzt wird.“
  • „Welche Aspekte könnten auch für Ihr Projekt interessant sein?“
  • „Wo sehen Sie Unterschiede oder Gemeinsamkeiten?“

Die Gruppe besucht die verschiedenen Stationen.

Dabei werden:

  • Informationen vermittelt
  • Beobachtungen gesammelt
  • Fragen gestellt
  • Erfahrungen ausgetauscht

Die Moderation kann zwischendurch kurze Gesprächsimpulse geben:

  • „Wie wirkt dieser Ort auf Sie?“
  • „Welche Zielgruppen wurden hier mitgedacht?“
  • „Was funktioniert aus Ihrer Sicht gut?“
  • „Wo sehen Sie Probleme?“

Während oder nach den Stationen gibt es Zeit für Diskussionen.

Dabei geht es zum Beispiel um:

  • Übertragbarkeit auf das eigene Projekt
  • Herausforderungen
  • Chancen
  • unterschiedliche Perspektiven

Je nach Gruppengröße können Kleingruppen sinnvoll sein.

Zum Ende werden zentrale Erkenntnisse gesammelt.

Zum Beispiel:

  • Was war besonders interessant?
  • Welche Ideen sollen weiterverfolgt werden?
  • Welche Fragen bleiben offen?

Die Ergebnisse können direkt dokumentiert werden, z.B. auf Karten oder Flipcharts.

  • wichtige Erkenntnisse
  • Diskussionspunkte
  • Fotos
  • Ideen oder Vorschläge

Die Dokumentation sollte allen Teilnehmenden zugänglich gemacht werden.

Die Ergebnisse können:

  • in weitere Beteiligungsprozesse einfließen
  • Grundlage für Workshops sein
  • politische Diskussionen unterstützen
  • neue Projektideen anstoßen

Quelle: https://mobilitaetsplanung-hessen.de/methodenkoffer-partizipative-planung/

Hinweise

Tipps

  • Genügend Zeit für Gespräche und spontane Fragen einplanen.
  • Weniger Stationen mit mehr Austausch sind oft sinnvoller als ein sehr dichtes Programm.
  • Darauf achten, dass nicht nur Fachpersonen sprechen, sondern auch Teilnehmende ihre Eindrücke teilen können.
  • Konkrete Orte und Beispiele nutzen, statt abstrakter Präsentationen.
  • Bei Bedarf die Exkursion mit anderen Methoden wie Workshops oder Diskussionen kombinieren.

Ungeeignet für

  • schnelle Entscheidungsprozesse
  • Themen ohne räumlichen oder anschaulichen Bezug
  • Gruppen mit sehr eingeschränkter Mobilität ohne passende Rahmenbedingungen
  • Vorhaben, bei denen kein Austausch oder keine Reflexion vorgesehen ist

Im Anschluss

Im Anschluss bieten sich Methoden an, die die gesammelten Inhalte ordnen, vertiefen oder in konkrete Schritte überführen. Je nach Ziel können z.B. folgende Formate anschließen:

World-Café

Das World-Café ist ein Beteiligungsformat, das den offenen Austausch von Wissen, Erfahrungen und Ideen ermöglicht. Die Teilnehmenden diskutieren dabei in kleinen Gruppen an mehreren Tischen zu vorbereiteten Fragen. Durch regelmäßige Tischwechsel entstehen neue Gesprächskonstellationen, wodurch Gedanken weiterentwickelt, Perspektiven verbunden und gemeinsame Ideen sichtbar werden. Die Atmosphäre orientiert sich bewusst an einem Café: offen, informell und einladend. Dadurch eignet sich die Methode besonders gut, um viele Menschen niedrigschwellig in einen Dialog einzubeziehen und gemeinsames Nachdenken anzuregen. Ein World-Café kann eigenständig stattfinden oder Teil einer größeren Veranstaltung sein.

StrukturiertAktivierend

Zukunftwerkkstatt

Die Zukunftswerkstatt ist ein Beteiligungsformat, bei dem Teilnehmende gemeinsam Probleme analysieren, Zukunftsvisionen entwickeln und daraus konkrete Handlungsschritte ableiten. Die Methode verbindet kreatives Denken mit praktischer Planung und eignet sich besonders für Themen, bei denen neue Ideen und langfristige Perspektiven gefragt sind. Die Zukunftswerkstatt ist in drei aufeinander aufbauende Phasen gegliedert: Kritikphase, Utopiephase und Realisierungsphase. Durch diesen klaren Ablauf wechseln die Teilnehmenden bewusst zwischen Kritik, Vision und konkreter Umsetzung. Dadurch entstehen oft kreative und gemeinschaftlich entwickelte Lösungsansätze.

AktivierendKreativ

Community Mapping (kartenbasiertes Verfahren)

Community Mapping ist ein Beteiligungsformat, bei dem Menschen ihre Wahrnehmung eines Gebiets mithilfe von Karten oder Zeichnungen sichtbar machen. Dabei markieren sie wichtige Orte, häufig genutzte Wege, Barrieren oder problematische Situationen im Alltag. So werden lokale Erfahrungen und Bedürfnisse gesammelt und räumlich verortet.

SpielerischAktivierend
Gemerkte Methoden0 Methoden

Noch nichts gemerkt.

Exkursion – Urban Kit