Methodensammlung
Hier finden sich erprobte Methoden für partizipative Stadtprojekte. Über die Filter nach Zielgruppe, Zeitrahmen, Ziel und weiteren Kriterien zeigt sich, was zum jeweiligen Vorhaben passt.
47 Methoden gefunden
Design Thinking
Design Thinking ist eine kreative und nutzerzentrierte Methode zur Entwicklung innovativer Lösungen für komplexe Fragestellungen. Im Mittelpunkt stehen die Bedürfnisse der Menschen, für die eine Lösung entwickelt wird. Durch einen strukturierten, iterativen Prozess werden Probleme zunächst verstanden, anschließend Ideen entwickelt, als Prototypen umgesetzt und gemeinsam getestet. Die Methode verbindet kreatives Arbeiten mit systematischem Vorgehen und fördert die Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteur:innen.
Workshop
Ein Workshop ist ein moderiertes Arbeitsformat, bei dem Teilnehmende gemeinsam eine Fragestellung bearbeiten, Ideen entwickeln oder Lösungen erarbeiten. Je nach Ziel können Informationen vermittelt, Probleme analysiert oder konkrete Maßnahmen entwickelt werden. Durch die aktive Mitarbeit aller Beteiligten eignet sich die Methode besonders für die gemeinsame Entwicklung von Ergebnissen.
Beschwerde-Chor
Bei de Beschwerde-Chor sammeln Menschen Beschwerden, Ärgernisse und Frustrationen aus ihrem Alltag. Diese werden gemeinsam zu einem Liedtext verarbeitet und anschließend von einem Chor öffentlich aufgeführt. Die Methode verfolgt nicht das Ziel, Beschwerden direkt zu lösen. Vielmehr werden persönliche Erfahrungen sichtbar gemacht, Gemeinsamkeiten entdeckt und gesellschaftliche Themen auf kreative und humorvolle Weise öffentlich diskutiert. Durch die künstlerische Umsetzung entsteht ein niedrigschwelliger Zugang zu Themen, die in klassischen Beteiligungsformaten oft schwer anzusprechen sind.
Lange Nacht der Museen
Die Lange Nacht der Museen ist ein Veranstaltungsformat, bei dem mehrere Einrichtungen ihre Türen über die regulären Öffnungszeiten hinaus öffnen und ein gemeinsames Programm anbieten. Besucher:innen können verschiedene Orte erkunden, Ausstellungen besuchen, an Führungen teilnehmen und mit Akteur:innen ins Gespräch kommen. Im Beteiligungskontext wird das Prinzip genutzt, um Projekte, Planungen, Orte oder Zukunftsthemen erlebbar zu machen. An verschiedenen Stationen werden Informationen vermittelt, Ideen vorgestellt und Gespräche ermöglicht. Statt einer klassischen Informationsveranstaltung entsteht ein offenes Veranstaltungsformat, das Menschen zum Entdecken, Mitmachen und Austauschen einlädt.
Critical Mass
Critical Mass ist eine gemeinschaftliche Fahrradausfahrt im öffentlichen Straßenraum. Ziel ist es, die Sichtbarkeit des Radverkehrs zu erhöhen, auf die Bedürfnisse von Radfahrenden aufmerksam zu machen und Menschen für nachhaltige Mobilität zu sensibilisieren. Die Teilnehmenden fahren gemeinsam auf einer zuvor grob abgestimmten Route durch die Stadt. Im Mittelpunkt stehen die gemeinsame Erfahrung des öffentlichen Raums, der Austausch zwischen Teilnehmenden und die öffentliche Sichtbarkeit eines Themas. Critical-Mass-Fahrten sind in der Regel offen für alle Interessierten und leben von der freiwilligen Teilnahme.
Restaurant Day
Der Restaurant Day ist ein offenes Beteiligungsformat, bei dem Menschen für einen Tag temporäre Restaurants, Cafés oder Essensstände im öffentlichen Raum, in Hinterhöfen, Vereinen, Nachbarschaftszentren oder anderen geeigneten Orten eröffnen. Im Beteiligungskontext steht nicht das Essen im Mittelpunkt, sondern der Austausch. Essen dient als niedrigschwelliger Anlass, um Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen. Dadurch können Nachbarschaften aktiviert, neue Zielgruppen erreicht und Meinungen zu einem Ort oder Projekt gesammelt werden. Restaurant Days werden häufig genutzt, um öffentliche Räume zeitweise anders zu nutzen und neue Ideen für deren zukünftige Entwicklung sichtbar zu machen.
PechaKucha Night
Die PechaKucha Night ist ein Veranstaltungsformat, bei dem mehrere Personen ihre Ideen, Projekte, Erfahrungen oder Perspektiven in kurzen Bildvorträgen vorstellen. Jede Präsentation besteht aus 20 Bildern, die jeweils 20 Sekunden gezeigt werden, wodurch ein Vortrag genau 6 Minuten und 40 Sekunden dauert. Durch die kurze Vortragszeit entstehen abwechslungsreiche Veranstaltungen mit vielen unterschiedlichen Perspektiven. Die Methode eignet sich besonders, um Themen sichtbar zu machen, Menschen miteinander zu vernetzen und erste Diskussionen anzustoßen.
Inhaltsanalyse
Die Inhaltsanalyse ist eine strukturierte Methode zur Auswertung von qualitativen und quantitativen Daten. Sie hilft dabei, große Mengen an Informationen systematisch zu untersuchen, zu kategorisieren und auszuwerten. Dabei werden alle Materialien nach bestimmten Kategorien analysiert. Ziel ist es, Muster, Zusammenhänge, Unterschiede oder wiederkehrende Aussagen sichtbar zu machen.
Sensemaking
Sensemaking ist eine Methode zur gemeinsamen Auswertung und Interpretation von Informationen, Beobachtungen und Beteiligungsergebnissen. Anders als bei einer wissenschaftlichen Analyse geht es nicht darum, Daten systematisch zu codieren oder statistisch auszuwerten. Stattdessen werden Muster, Zusammenhänge, Themen und Erkenntnisse sichtbar gemacht, um ein gemeinsames Verständnis der Situation zu entwickeln.
Gemeinsame Auswertung
Bei der Gemeinsamen Auswertung werden Ergebnisse nicht ausschließlich von Fachpersonen oder Projektverantwortlichen ausgewertet, sondern gemeinsam mit den Menschen, die an der Datenerhebung oder dem Beteiligungsprozess involviert waren. Ziel ist es, unterschiedliche Perspektiven in die Interpretation einzubeziehen und sicherzustellen, dass Ergebnisse nicht nur über die Beteiligten, sondern mit ihnen gemeinsam verstanden werden.
Thematische Analyse
Die Thematische Analyse ist eine Methode, um qualitative Daten systematisch auszuwerten. Ziel ist es, wiederkehrende Themen, Muster und Bedeutungen in Aussagen, Interviews, Notizen oder Beteiligungsergebnissen zu erkennen. Im Unterschied zum Affinity Mapping werden die Daten nicht nur sortiert, sondern gezielt analysiert und interpretiert.
Citizen Science
Citizen Science beschreibt die aktive Beteiligung von Bürger:innen an wissenschaftlichen oder wissensbasierten Projekten. Dabei sind die Teilnehmenden nicht nur Befragte, sondern wirken selbst am Forschungsprozess mit. Beispielsweise bei der Entwicklung von Fragestellungen, der Datensammlung, der Auswertung oder der Veröffentlichung von Ergebnissen. Die Methode verbindet wissenschaftliches Arbeiten mit lokalem Wissen und praktischen Erfahrungen. Dadurch können große Datenmengen erhoben, neue Perspektiven eingebunden und Forschungsvorhaben enger mit gesellschaftlichen Fragestellungen verknüpft werden.
Bürger:innenversammlung
Eine Bürger:innenversammlung ist ein offenes Beteiligungsformat, bei dem Menschen über ein Vorhaben informiert werden und anschließend ihre Fragen, Meinungen, Wünsche und Anregungen einbringen können. Sie eignet sich besonders, um viele Menschen gleichzeitig zu erreichen, Transparenz herzustellen und erste Rückmeldungen zu einem Projekt einzuholen. Die Methode besteht meist aus einem Informationsteil und einem anschließenden Austausch. Je nach Thema kann die Diskussion im Plenum, an Thementischen oder in kleineren Gruppen stattfinden.
Dynamic Facilitation
Dynamic Facilitation ist eine Moderationsmethode für komplexe, emotionale oder festgefahrene Fragestellungen. Anders als klassische Workshops versucht sie nicht, Diskussionen zu strukturieren, zu bewerten oder möglichst schnell zu einer Entscheidung zu führen. Stattdessen schafft sie Raum für unterschiedliche Sichtweisen, Emotionen, Ideen und Bedenken. Ziel ist ein gemeinsamer kreativer Durchbruch, bei dem neue Lösungsansätze entstehen, die von der Gruppe getragen werden.
Bürger:innenrat (Wisdom Council)
Ein Bürger:innenrat nach dem Modell des Wisdom Council bringt eine kleine Gruppe zufällig ausgewählter Bürger:innen zusammen, die innerhalb von ein bis zwei Tagen gesellschaftliche Herausforderungen diskutieren und gemeinsame Empfehlungen erarbeiten. Durch die besondere Moderationsmethode der Dynamic Facilitation entstehen oft neue Perspektiven und Lösungsansätze, die über klassische Diskussionen hinausgehen. Die Ergebnisse werden anschließend öffentlich vorgestellt und weiter diskutiert.
Bürger:innenrat (Citizens' Assembly)
Ein Bürger:innenrat bringt zufällig ausgewählte Bürger:innen zusammen, die sich über einen längeren Zeitraum intensiv mit einer gesellschaftlich relevanten Fragestellung beschäftigen. Ziel ist es, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen und gemeinsam fundierte Handlungsempfehlungen für Politik und Verwaltung zu erarbeiten. Die Methode eignet sich besonders für komplexe und kontroverse Themen, bei denen breite gesellschaftliche Perspektiven berücksichtigt werden sollen.
Bürger:innenbudget
Ein Bürger:innenbudget stellt einen festen Geldbetrag für Projekte bereit, die von Bürger:innen vorgeschlagen und ausgewählt werden. Die Teilnehmenden können Ideen einreichen und selbst darüber entscheiden, welche Projekte umgesetzt werden sollen. Die Methode stärkt lokale Mitgestaltung und macht Beteiligung durch sichtbare Ergebnisse unmittelbar erfahrbar.
Ernte und Dokumentation
Art of Harvesting beschreibt Methoden, mit denen Erkenntnisse, Ideen und Erfahrungen aus Beteiligungsprozessen sichtbar gemacht und weiterverarbeitet werden. Im Mittelpunkt steht nicht nur das Ernten, also Sammeln von Ergebnissen, sondern auch das bewusste Festhalten von Lernprozessen, Beziehungen und gemeinsamen Erkenntnissen. Die Methode wird häufig ergänzend zu Dialog- und Beteiligungsformaten eingesetzt.
Zukunftwerkkstatt
Die Zukunftswerkstatt ist ein Beteiligungsformat, bei dem Teilnehmende gemeinsam Probleme analysieren, Zukunftsvisionen entwickeln und daraus konkrete Handlungsschritte ableiten. Die Methode verbindet kreatives Denken mit praktischer Planung und eignet sich besonders für Themen, bei denen neue Ideen und langfristige Perspektiven gefragt sind. Die Zukunftswerkstatt ist in drei aufeinander aufbauende Phasen gegliedert: Kritikphase, Utopiephase und Realisierungsphase. Durch diesen klaren Ablauf wechseln die Teilnehmenden bewusst zwischen Kritik, Vision und konkreter Umsetzung. Dadurch entstehen oft kreative und gemeinschaftlich entwickelte Lösungsansätze.
Zuhören und Sprechen
Zuhören und Sprechen ist ein strukturiertes Dialogformat, bei dem Menschen einander aufmerksam zuhören und ihre Perspektiven ohne Unterbrechung schildern können. Im Mittelpunkt steht nicht die Diskussion oder Bewertung von Aussagen, sondern das gegenseitige Verstehen. Die Methode schafft einen geschützten Rahmen, in dem unterschiedliche Sichtweisen sichtbar werden können. Dadurch eignet sie sich besonders für sensible Themen, erste Annäherungen bei Konflikten oder Situationen, in denen Vertrauen aufgebaut werden soll.
World-Café
Das World-Café ist ein Beteiligungsformat, das den offenen Austausch von Wissen, Erfahrungen und Ideen ermöglicht. Die Teilnehmenden diskutieren dabei in kleinen Gruppen an mehreren Tischen zu vorbereiteten Fragen. Durch regelmäßige Tischwechsel entstehen neue Gesprächskonstellationen, wodurch Gedanken weiterentwickelt, Perspektiven verbunden und gemeinsame Ideen sichtbar werden. Die Atmosphäre orientiert sich bewusst an einem Café: offen, informell und einladend. Dadurch eignet sich die Methode besonders gut, um viele Menschen niedrigschwellig in einen Dialog einzubeziehen und gemeinsames Nachdenken anzuregen. Ein World-Café kann eigenständig stattfinden oder Teil einer größeren Veranstaltung sein.
Wettbewerb
Ein Wettbewerb ist ein Beteiligungsformat, bei dem Bürger:innen eingeladen werden, eigene Ideen, Vorschläge oder Projekte zu einem bestimmten Thema einzureichen. Ziel ist es, kreative Impulse zu sammeln, Beteiligung zu fördern und Menschen aktiv in Planungs- oder Gestaltungsprozesse einzubeziehen. Durch Preise, öffentliche Anerkennung oder die Aussicht auf Umsetzung entsteht zusätzliche Motivation zur Teilnahme.
Verkehrsversuch
Ein Verkehrsversuch ist ein zeitlich begrenztes Experiment im öffentlichen Raum, bei dem neue Verkehrsregelungen oder Umgestaltungen vorübergehend getestet werden. Ziel ist es, herauszufinden, wie sich bestimmte Maßnahmen auf Verkehr, Nutzung, Sicherheit oder Aufenthaltsqualität auswirken und ob sie langfristig sinnvoll umgesetzt werden können. Der Verkehrsversuch ermöglicht es, Veränderungen nicht nur theoretisch zu diskutieren, sondern direkt im Alltag zu erleben und zu bewerten.
Umfrage
Die Umfrage ist eine Beteiligungsmethode, mit der Meinungen, Erfahrungen, Bedürfnisse oder Einschätzungen vieler Menschen systematisch erfasst werden können. Sie eignet sich besonders, um schnell eine große Anzahl an Rückmeldungen zu sammeln und Trends oder Stimmungen sichtbar zu machen. Umfragen können analog, digital oder kombiniert durchgeführt werden. Die Fragen können geschlossen formuliert sein, etwa mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten, oder offen, sodass Teilnehmende eigene Antworten formulieren können. Während geschlossene Fragen eine einfache und vergleichbare Auswertung ermöglichen, liefern offene Fragen oft detailliertere Einblicke und persönliche Perspektiven.
Spaziergang
Der Beteiligungsspaziergang ist eine Beteiligungsmethode, bei der Bürger:innen gemeinsam mit Fachpersonen, Verwaltung oder Politik ein Gebiet vor Ort erkunden und diskutieren. Während des Spaziergangs werden konkrete Orte betrachtet, Probleme sichtbar gemacht und mögliche Lösungen besprochen. Die Methode eignet sich besonders für Themen mit starkem räumlichem Bezug, da Orte direkt erlebt und gemeinsam bewertet werden können. Durch die gemeinsame Begehung entstehen oft alltagsnahe Hinweise und Perspektiven, die in klassischen Veranstaltungsformaten nicht sichtbar werden.
Runder Tisch
Der Runde Tisch ist ein Beteiligungsformat, bei dem unterschiedliche Interessensgruppen gemeinsam an einem Tisch zusammenkommen, um über ein Thema oder einen Konflikt zu diskutieren. Ziel ist es, verschiedene Perspektiven sichtbar zu machen, gegenseitiges Verständnis zu fördern und gemeinsam tragfähige Lösungen oder Vereinbarungen zu entwickeln.
Podiumsdiskussion
Die Podiumsdiskussion ist ein Beteiligungsformat, bei dem verschiedene Personen öffentlich über ein Thema diskutieren. Dabei treffen unterschiedliche Perspektiven, Interessen und Meinungen aufeinander. Häufig nehmen Fachpersonen, Vertreter:innen aus Politik oder Verwaltung, Interessensgruppen sowie Betroffene an der Diskussion teil.
Planungszelle
Die Planungszelle ist ein Beteiligungsverfahren, bei dem zufällig ausgewählte Bürger:innen gemeinsam an Lösungen für gesellschaftliche oder planerische Fragestellungen arbeiten. Über mehrere Tage setzen sie sich intensiv mit einem Thema auseinander, erhalten Informationen von Fachpersonen und entwickeln anschließend eigene Empfehlungen. Die Teilnehmenden übernehmen dabei die Rolle von Bürgergutachter:innen. Durch Vorträge, Diskussionen und wechselnde Kleingruppen bauen sie Wissen zum Thema auf und erarbeiten gemeinsam ein sogenanntes Bürgergutachten mit konkreten Handlungsempfehlungen.
Planungswerkstatt
Die Planungswerkstatt ist ein Beteiligungsformat, bei dem Bürger:innen gemeinsam mit Fachpersonen, Verwaltung oder Politik an konkreten Planungen arbeiten. In Workshops werden Ideen, Probleme und Vorschläge gesammelt, diskutiert und direkt auf Karten, Plänen oder Modellen sichtbar gemacht. Die Methode eignet sich besonders für Stadtentwicklungs- oder Gestaltungsprozesse, bei denen Menschen ihre Erfahrungen und Vorstellungen aktiv in die Planung einbringen sollen.
Planning for Real
Planning for Real ist eine Beteiligungsmethode, bei der Bürger:innen gemeinsam Ideen und Verbesserungsvorschläge für einen konkreten Ort entwickeln. Im Mittelpunkt steht ein dreidimensionales Modell eines Quartiers, Platzes oder Stadtteils, an dem Wünsche, Probleme und mögliche Veränderungen sichtbar gemacht werden. Die Teilnehmenden arbeiten über einen längeren Zeitraum gemeinsam an Ideen für ihren Stadtteil oder öffentlichen Raum. Durch das Modell werden Planungen verständlicher und greifbarer, auch für Menschen ohne Fachwissen. Die Methode eignet sich besonders, um lokale Erfahrungen sichtbar zu machen und konkrete Maßnahmen gemeinsam zu priorisieren.
Photo Voice
Photo Voice ist eine kreative Beteiligungsmethode, bei der Teilnehmende ihre Sicht auf ein Thema mithilfe von Fotografien ausdrücken. Sie fotografieren Orte, Situationen oder Details, die sie mit bestimmten Erfahrungen, Problemen, Wünschen oder positiven Beispielen verbinden. Die Fotos machen persönliche Perspektiven sichtbar und helfen dabei, die Wahrnehmung von Orten oder Themen besser zu verstehen.
Open Space
Open Space ist ein offenes Beteiligungsformat, bei dem die Teilnehmenden selbst bestimmen, welche Themen diskutiert werden. Es gibt lediglich ein gemeinsames Leitthema als Rahmen. Welche Fragestellungen bearbeitet werden und wie die Gespräche verlaufen, entwickelt sich aus den Interessen und Ideen der Gruppe. Die Methode eignet sich besonders, wenn viele unterschiedliche Perspektiven, Erfahrungen und Ideen zusammenkommen sollen. Teilnehmende können sich frei zwischen Arbeitsgruppen bewegen, Themen einbringen oder einfach zuhören. Dadurch entsteht ein dynamischer und selbstorganisierter Austausch.
Online-Beteiligung
Online-Beteiligung ist ein digitales Beteiligungsformat, bei dem Menschen über eine Website oder Plattform an Planungs- und Entscheidungsprozessen teilnehmen können. Teilnehmende können dort Informationen abrufen, Ideen einbringen, Kommentare schreiben, Vorschläge bewerten oder gemeinsam an Karten und Themen arbeiten. Die Beteiligung kann live während einer Veranstaltung stattfinden oder über einen längeren Zeitraum unabhängig von Ort und Zeit genutzt werden. Dadurch können viele unterschiedliche Menschen erreicht und Beteiligung flexibler gestaltet werden.
Marktplatzdialog
Der Marktplatzdialog ist ein niedrigschwelliges Beteiligungsformat im öffentlichen Raum. Dabei kommen Beteiligte direkt mit Menschen vor Ort ins Gespräch, z.B. auf Marktplätzen, in Fußgängerzonen oder an Haltestellen. Ziel ist es, Meinungen, Erfahrungen und Bedürfnisse möglichst unkompliziert zu sammeln und gleichzeitig über Projekte oder Beteiligungsmöglichkeiten zu informieren. Oft findet der Austausch an einem mobilen Stand statt, der gut sichtbar und offen gestaltet ist. Dadurch können auch Menschen erreicht werden, die normalerweise nicht an klassischen Beteiligungsveranstaltungen teilnehmen würden.
Interview
Interviews sind eine flexible Methode, um Meinungen, Erfahrungen, Bedürfnisse und Perspektiven von Menschen zu erfassen. Sie eignen sich besonders, um persönliche Sichtweisen besser zu verstehen und detaillierte Informationen zu sammeln. Interviews können persönlich, telefonisch oder digital durchgeführt werden. Je nach Ziel kann ein Interview stärker strukturiert oder offen geführt werden. Besonders häufig werden semistrukturierte Interviews genutzt: Dabei gibt es einen Leitfaden, gleichzeitig bleibt genug Raum für freie Antworten und spontane Nachfragen.
Planspiel
Ein Planspiel ist ein spielerisches Beteiligungsformat, bei dem Teilnehmende in einem fiktiven Szenario verschiedene Rollen übernehmen und gemeinsam Entscheidungen treffen. Dabei werden reale Herausforderungen vereinfacht nachgestellt, damit Zusammenhänge, Konflikte und Entscheidungsprozesse besser verstanden werden können.
Fokusgruppen
Eine Fokusgruppe ist ein moderiertes Gruppengespräch (typisch 5–8 Personen), bei dem Einstellungen, Bedürfnisse und Reaktionen zu einem Thema explorativ erhoben werden. Der Erkenntnisgewinn entsteht nicht nur durch einzelne Aussagen, sondern durch die Interaktion der Teilnehmenden.
Fishbowl
Die Fishbowl ist ein einfaches Diskussionsformat für größere Gruppen, das Bewegung in klassische Gesprächssituationen bringt. Statt einer festen Gesprächsrunde entsteht ein offener Austausch, bei dem sich Beteiligte flexibel einbringen können. So entwickelt sich eine lebendige Diskussion, die verschiedene Perspektiven sichtbar macht.
Exkursion
Eine Exkursion ist ein gemeinsamer Besuch eines Ortes außerhalb des gewohnten Umfelds, um neue Ansätze, Projekte oder Lösungen kennenzulernen. Die Teilnehmenden schauen sich konkrete Beispiele vor Ort an, tauschen Erfahrungen aus und diskutieren gemeinsam, welche Ideen oder Maßnahmen auf die eigene Situation übertragen werden können. Exkursionen eignen sich besonders, um komplexe Themen greifbarer zu machen. Statt nur über Planungen oder Konzepte zu sprechen, können reale Orte erlebt und direkt gemeinsam reflektiert werden. Die Methode wird häufig bei Stadtentwicklung, Mobilität, öffentlichem Raum oder Klimaanpassung eingesetzt.
Community Mapping (kartenbasiertes Verfahren)
Community Mapping ist ein Beteiligungsformat, bei dem Menschen ihre Wahrnehmung eines Gebiets mithilfe von Karten oder Zeichnungen sichtbar machen. Dabei markieren sie wichtige Orte, häufig genutzte Wege, Barrieren oder problematische Situationen im Alltag. So werden lokale Erfahrungen und Bedürfnisse gesammelt und räumlich verortet.
Charette
Die Charrette ist ein intensives Beteiligungsformat zur gemeinsamen Entwicklung von Ideen, Visionen und Planungsansätzen für konkrete Orte oder Quartiere. In einem offenen und kreativen Prozess arbeiten Bürger:innen, Fachplaner:innen, Verwaltung und weitere Beteiligte gemeinsam an räumlichen Konzepten und Entwürfen.
Bürgerforum
Das Bürgerforum ist ein Beteiligungsformat, das den Austausch zwischen Bürger:innen, Politik, Verwaltung und weiteren relevanten Akteur:innen ermöglicht. Ziel ist es, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen, gemeinsam Herausforderungen zu diskutieren und Lösungsansätze zu entwickeln. Durch die Kombination aus Präsenzveranstaltungen und digitalen Austauschformaten kann eine größere Anzahl an Menschen über einen längeren Zeitraum eingebunden werden.
Aktivierende Befragung
Die aktivierende Befragung ist eine offene Methode, bei der Bürgerinnen und Bürger zu ihren Meinungen und Einstellungen befragt werden. Gleichzeitig werden sie dazu angeregt, sich aktiv einzubringen und an der Entwicklung von Lösungen in ihrem Wohnumfeld mitzuwirken.
Discover, Dream, Design, Destiny
Discover, Dream, Design, Destiny ist ein Beteiligungsformat, das sich auf Stärken, Erfolge und positive Erfahrungen konzentriert. Statt Probleme in den Mittelpunkt zu stellen, entwickeln die Teilnehmenden gemeinsam Zukunftsbilder und konkrete Ideen auf Basis bereits gelungener Erfahrungen. Die Methode eignet sich besonders für Veränderungsprozesse, bei denen Zusammenarbeit, Motivation und gemeinsame Entwicklung gefördert werden sollen.
Kooperationsplanung
Die Anwaltsplanung ist ein langfristiges Beteiligungsformat, bei dem Bürger:innen durch eine fachlich unterstützende Person begleitet und vertreten werden. Ziel ist es, besonders Menschen mit wenig Einfluss oder Beteiligungserfahrung in Planungsprozessen zu stärken. Die Methode eignet sich vor allem für komplexe oder langfristige Stadtentwicklungs- und Planungsthemen.
Agenda-Konferenz
Die Agenda-Konferenz ist ein Beteiligungsformat für größere Gruppen, bei dem gemeinsam Probleme, Ziele und konkrete Zukunftsideen entwickelt werden. Die Methode verbindet offene Diskussionen mit klar strukturierten Arbeitsphasen und eignet sich besonders als Einstieg in längere Beteiligungsprozesse. Ziel ist es, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und gemeinsame Projekte oder Maßnahmen anzustoßen.
Themen Mapping
Themen Mapping ist eine Methode, um große Mengen an Informationen, Aussagen oder Ideen zu ordnen und verständlich zu strukturieren. Einzelne Beiträge werden gesammelt, nach inhaltlichen Gemeinsamkeiten gruppiert und zu Themenclustern zusammengeführt. Die Methode eignet sich besonders nach Workshops, Interviews, Umfragen oder Beteiligungsveranstaltungen, wenn viele unterschiedliche Ergebnisse vorliegen.






