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Photo Voice

InformierenEinarbeitungVerstehen & Perspektiven sammelnAnalogDigitalHybrid1 - 3 Stundendirekte Betroffeneinteressierte Öffentlichkeitschwer erreichbare Gruppenkleine Gruppe bis 15mittlere Gruppe bis 30große Gruppe ab 30EinfachAktivierend

Photo Voice ist eine kreative Beteiligungsmethode, bei der Teilnehmende ihre Sicht auf ein Thema mithilfe von Fotografien ausdrücken. Sie fotografieren Orte, Situationen oder Details, die sie mit bestimmten Erfahrungen, Problemen, Wünschen oder positiven Beispielen verbinden. Die Fotos machen persönliche Perspektiven sichtbar und helfen dabei, die Wahrnehmung von Orten oder Themen besser zu verstehen.

Ziel

Ziel von Photo Voice ist es, persönliche Wahrnehmungen, Erfahrungen und Bedürfnisse sichtbar zu machen. Durch das Fotografieren dokumentieren Teilnehmende ihre Sicht auf Orte, Situationen oder Probleme im Alltag und bringen Themen ein, die in klassischen Diskussionen oft übersehen werden. Die Methode schafft einen niedrigschwelligen Zugang zur Beteiligung und ermöglicht es, komplexe oder emotionale Themen anschaulich und konkret darzustellen.

Wann sinnvoll?

  • wenn persönliche Perspektiven sichtbar gemacht werden sollen
  • bei Themen mit starkem Alltagsbezug
  • für die Arbeit mit Jugendlichen oder schwer erreichbaren Gruppen
  • wenn räumliche Probleme oder Qualitäten dokumentiert werden sollen
  • als kreative Ergänzung zu anderen Beteiligungsformaten

Wann nicht sinnvoll?

  • wenn schnelle Ergebnisse benötigt werden
  • wenn kein Umgang mit Bildrechten möglich ist
  • bei Themen ohne räumlichen oder visuellen Bezug

Ablauf

Zuerst überlegen:

  • Welche Perspektiven sollen sichtbar werden?
  • Welche Fragestellung steht im Mittelpunkt?
  • Was sollen die Teilnehmenden fotografieren?

Wichtig:
Die Aufgabenstellung sollte offen, aber verständlich formuliert sein.

Beispiele:

  • „Fotografieren Sie Orte, an denen Sie sich im Quartier wohlfühlen.“
  • „Welche Orte erschweren Ihren Alltag?“
  • „Wo erleben Sie gute oder schlechte Mobilität?“
  • „Welche Orte sollten sich verändern?“

Festlegen:

  • wie lange fotografiert werden kann
  • wie die Bilder eingereicht werden
  • wie viele Fotos eingereicht werden sollen

Wichtig:
Genug Zeit einplanen, damit die Teilnehmenden die Fotos in ihrem Alltag aufnehmen können.

Erklären:

  • was fotografiert werden darf
  • wie mit personenbezogenen Bildern umgegangen wird
  • ob Fotos veröffentlicht werden

Wichtig:
Menschen sollten möglichst nicht ohne Zustimmung erkennbar fotografiert werden.

Bereits vorher überlegen:

  • wie die Fotos sortiert werden und welche Themen oder Kategorien sinnvoll sind

Zum Beispiel:

  • Mobilität, Barrierefreiheit
  • Sicherheit, Aufenthaltsqualität, 
  • Grünflächen

Das erleichtert später die Auswertung.

Zu Beginn erklärt die Moderation entweder in Person oder einem Online Meeting:

  • Ziel der Methode
  • Aufgabenstellung, Zeitraum
  • technische Hinweise, Umgang mit Datenschutz

Hilfreich ist es, Beispiele zu zeigen oder gemeinsam zu besprechen:

  • Was macht ein aussagekräftiges Bild aus?
  • Welche Perspektiven können sichtbar gemacht werden?

Die Teilnehmenden fotografieren selbstständig Orte, Situationen oder Objekte.

Wichtig:
Nicht die fotografische Qualität steht im Mittelpunkt, sondern die persönliche Perspektive.

Die Teilnehmenden können:

  • Probleme dokumentieren
  • positive Beispiele zeigen
  • Gefühle oder Wahrnehmungen sichtbar machen
  • Veränderungen anregen

Die Bilder werden eingereicht:

  • per Mail, über eine Plattform, per Messenger
  • oder ausgedruckt

Hilfreich ist eine kurze Beschreibung zu jedem Bild:

  • Warum wurde das Foto aufgenommen?
  • Was zeigt es?
  • Warum ist der Ort wichtig?

Die Fotos werden anschließend gemeinsam analog oder digital betrachtet und besprochen. 

Dabei können Fragen helfen wie:

  • Welche Themen tauchen häufig auf?
  • Welche Orte werden unterschiedlich wahrgenommen?
  • Welche Probleme oder Potenziale werden sichtbar?

Die Bilder können:

  • an Wänden aufgehängt werden
  • auf Karten verortet werden
  • digital präsentiert werden

Die Bilder nach Themen oder Orten ordnen.

Darauf achten:

  • wiederkehrende Muster sichtbar zu machen
  • unterschiedliche Perspektiven herauszuarbeiten
  • Konflikte oder Bedarfe zu erkennen

Die Ergebnisse verständlich aufbereiten.

Zum Beispiel als:

  • Fotodokumentation
  • Ausstellung, digitale Galerie
  • Bericht, Kartenvisualisierung

Die Fotos können:

  • in Workshops weiterbearbeitet werden
  • Grundlage für Diskussionen sein
  • Planungsprozesse unterstützen
  • politische Entscheidungen veranschaulichen

Die Methode eignet sich besonders gut als Einstieg in weitere Beteiligungsprozesse.

Quelle: https://mobilitaetsplanung-hessen.de/methodenkoffer-partizipative-planung/

Hinweise

Tipps

  • Die Aufgabenstellung sollte klar und leicht verständlich sein.
  • Wenige, gut erklärte Fragen funktionieren oft besser als viele Vorgaben.
  • Persönliche Geschichten zu den Bildern sind oft genauso wichtig wie die Fotos selbst.
  • Die Methode funktioniert besonders gut mit konkreten Orten und Alltagssituationen.
  • Genug Zeit für gemeinsame Reflexion und Diskussion einplanen.

Ungeeignet für

  • sehr kurzfristige Beteiligungsprozesse
  • Gruppen ohne Zugang zu Kameras oder Smartphones
  • Prozesse ohne Möglichkeit zur gemeinsamen Auswertung

Im Anschluss

Im Anschluss bieten sich Methoden an, die die gesammelten Inhalte ordnen, vertiefen oder in konkrete Schritte überführen. Je nach Ziel können z.B. folgende Formate anschließen:

Workshop

Ein Workshop ist ein moderiertes Arbeitsformat, bei dem Teilnehmende gemeinsam eine Fragestellung bearbeiten, Ideen entwickeln oder Lösungen erarbeiten. Je nach Ziel können Informationen vermittelt, Probleme analysiert oder konkrete Maßnahmen entwickelt werden. Durch die aktive Mitarbeit aller Beteiligten eignet sich die Methode besonders für die gemeinsame Entwicklung von Ergebnissen.

KreativAktivierend

Online-Beteiligung

Online-Beteiligung ist ein digitales Beteiligungsformat, bei dem Menschen über eine Website oder Plattform an Planungs- und Entscheidungsprozessen teilnehmen können. Teilnehmende können dort Informationen abrufen, Ideen einbringen, Kommentare schreiben, Vorschläge bewerten oder gemeinsam an Karten und Themen arbeiten. Die Beteiligung kann live während einer Veranstaltung stattfinden oder über einen längeren Zeitraum unabhängig von Ort und Zeit genutzt werden. Dadurch können viele unterschiedliche Menschen erreicht und Beteiligung flexibler gestaltet werden.

StrukturiertAktivierend
Gemerkte Methoden0 Methoden

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