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Planning for Real

MitbestimmenProjektplanungIdeen entwickelnAnalog1 Tag - 1 Wocheeinige Wochendirekte Betroffeneinteressierte Öffentlichkeitschwer erreichbare Gruppenkleine Gruppe bis 15mittlere Gruppe bis 30große Gruppe ab 30AktivierendKreativ

Planning for Real ist eine Beteiligungsmethode, bei der Bürger:innen gemeinsam Ideen und Verbesserungsvorschläge für einen konkreten Ort entwickeln. Im Mittelpunkt steht ein dreidimensionales Modell eines Quartiers, Platzes oder Stadtteils, an dem Wünsche, Probleme und mögliche Veränderungen sichtbar gemacht werden. Die Teilnehmenden arbeiten über einen längeren Zeitraum gemeinsam an Ideen für ihren Stadtteil oder öffentlichen Raum. Durch das Modell werden Planungen verständlicher und greifbarer, auch für Menschen ohne Fachwissen. Die Methode eignet sich besonders, um lokale Erfahrungen sichtbar zu machen und konkrete Maßnahmen gemeinsam zu priorisieren.

Ziel

Ziel von Planning for Real ist es, gemeinsam konkrete Ideen und Lösungen für die Entwicklung eines Ortes oder Quartiers zu erarbeiten. Durch die Arbeit mit einem anschaulichen 3D-Modell werden Bedürfnisse, Probleme und Wünsche sichtbar gemacht und gemeinsam diskutiert. Die Methode ermöglicht es auch Menschen ohne planerisches Vorwissen, sich aktiv an Stadtentwicklungsprozessen zu beteiligen und konkrete Vorschläge für Veränderungen einzubringen.

Wann sinnvoll?

  • bei konkreten räumlichen Fragestellungen
  • wenn ein Quartier, Platz oder öffentlicher Raum verändert werden soll
  • wenn lokale Erfahrungen und Alltagswissen einbezogen werden sollen
  • wenn Beteiligung anschaulich und niedrigschwellig gestaltet werden soll
  • wenn gemeinsam Prioritäten und Maßnahmen entwickelt werden sollen

Wann nicht sinnvoll?

  • wenn kein Handlungsspielraum für Veränderungen besteht
  • bei rein abstrakten Themen ohne räumlichen Bezug
  • wenn keine Zeit für einen längeren Beteiligungsprozess vorhanden ist
  • bei sehr kleinen oder kaum erreichbaren Zielgruppen

Ablauf

Zuerst überlegen:

  • Welcher Ort oder welches Quartier soll bearbeitet werden?
  • Welche Fragen oder Probleme stehen im Mittelpunkt?
  • Welche Veränderungen sind grundsätzlich möglich?

Wichtig:
Der Beteiligungsspielraum sollte von Anfang an transparent kommuniziert werden.

Ein gut verständliches Modell des Gebiets erstellen.

Das Modell sollte:

  • wichtige Straßen und Gebäude zeigen
  • leicht lesbar sein
  • genug Platz für Ergänzungen bieten

Wichtig:
Das Modell muss nicht perfekt oder maßstabsgetreu sein. Es dient vor allem als gemeinsame Arbeitsgrundlage.

Vor dem Start können:

  • Gespräche mit Bewohner:innen, Nachbarschaftsbefragungen
  • Ortsbegehungen
  • erste Ideensammlungen

hilfreich sein.

Auch sogenannte Nachbarschaftshilfebögen können genutzt werden, um:

  • Fähigkeiten, Interessen
  • Wissen, Engagement

im Quartier sichtbar zu machen.

Festlegen:

  • wie viele Treffen stattfinden
  • welche Zielgruppen beteiligt werden sollen
  • wo die Veranstaltungen stattfinden

Wichtig:
Die Räume sollten gut erreichbar und offen gestaltet sein.

Verschiedene Kanäle nutzen:

  • Nachbarschaftsnetzwerke, Vereine
  • soziale Medien
  • Aushänge, lokale Einrichtungen

Besonders wichtig:
Menschen sollten verstehen, dass ihre Ideen tatsächlich Einfluss auf die Planung haben können.

Im Rahmen der Detmold Design Week wurde der Workshop „Forme deine digitale/autofreie Stadt“ durchgeführt. 
Das Beispiel orientiert sich an den Grundprinzipien von Planning for Real, insbesondere am gemeinsamen Arbeiten mit räumlichen Modellen. Im Unterschied zur klassischen Methode wurde jedoch kein konkreter Ort weiterentwickelt, sondern eine frei gestaltete Zukunftsvision einer digitalen bzw. autofreien Stadt entworfen.
Ziel war es, Besucher:innen ihre Vorstellungen einer zukunftsfähigen Stadt räumlich darstellen zu lassen und auf kreative Weise über Stadtentwicklung ins Gespräch zu kommen.

Die Teilnehmenden entwickelten mithilfe verschiedener Bastel- und Modellbaumaterialien räumliche Modelle ihrer idealen Stadt. Straßen, Gebäude, Grünflächen und weitere Elemente konnten frei angeordnet, ergänzt oder verändert werden. Während des gemeinsamen Bauens entstanden Gespräche über Wünsche, Probleme und mögliche Lösungen für den öffentlichen Raum. Die fertigen Modelle wurden fotografisch dokumentiert und anschließend im Ausstellungsbereich präsentiert, sodass auch weitere Besucher:innen die Ergebnisse betrachten und darüber diskutieren konnten.

Planning for Real ermöglicht es, räumliche Ideen sichtbar und greifbar zu machen. Durch das gemeinsame Arbeiten am Modell können auch Personen ohne planerische Vorkenntnisse ihre Vorstellungen verständlich ausdrücken. Das Modell dient dabei als gemeinsamer Gesprächsanlass und erleichtert den Austausch über zukünftige Entwicklungen.

Das gemeinsame Modellbauen förderte den Austausch über unterschiedliche Vorstellungen einer zukünftigen Stadt und machte räumliche Ideen leicht nachvollziehbar. Besonders die öffentliche Präsentation der entstandenen Modelle weckte das Interesse weiterer Besucher:innen und führte zu zusätzlichen Gesprächen über Stadtentwicklung und Mobilität. Die praktische Arbeit mit den Materialien erleichterte es vielen Teilnehmenden, ihre Ideen auszudrücken und gemeinsam weiterzuentwickeln.

Für den Modellbau sollten unterschiedliche Materialien mit verschiedenen Formen, Größen und Farben bereitgestellt werden, damit möglichst vielfältige Ideen umgesetzt werden können. Der Schwerpunkt sollte auf dem gemeinsamen Entwickeln und Diskutieren von Ideen liegen und nicht auf einem perfekten Modell. Eine gut sichtbare Ausstellung der Ergebnisse erhöht die Aufmerksamkeit und schafft zusätzliche Gesprächsanlässe. Eine Moderation kann den Austausch unterstützen, indem sie Rückfragen stellt und die Hintergründe der einzelnen Gestaltungsideen dokumentiert.

Zu Beginn erklärt die Moderation:

  • Ziel der Methode
  • Ablauf
  • Umgang mit dem Modell
  • Möglichkeiten der Beteiligung

Anschließend lernen die Teilnehmenden das Modell, das Gebiet und die Fragestellungen

gemeinsam kennen.

Die Teilnehmenden sammeln:

  • Wünsche, Probleme
  • Verbesserungsvorschläge, Konflikte
  • Ideen für Veränderungen

Hilfreiche Fragen:

  • „Welche Orte funktionieren gut?“
  • „Wo gibt es Probleme?“
  • „Was fehlt im Quartier?“
  • „Welche Veränderungen wünschen Sie sich?“

Die Ideen werden direkt am Modell sichtbar gemacht.

Die Teilnehmenden ergänzen:

  • neue Ideen, Markierungen
  • Karten, kleine Bauteile oder Symbole

am Modell.

Dadurch wird sichtbar:

  • wo Veränderungen gewünscht werden
  • welche Orte besonders wichtig sind
  • welche Konflikte oder Chancen bestehen

Das Modell wird bei Veranstaltungen oder Treffen öffentlich vorgestellt.

Dabei können:

  • weitere Ideen ergänzt werden, Rückmeldungen gesammelt werden
  • Diskussionen entstehen, neue Perspektiven sichtbar werden

Die Methode lebt davon, dass möglichst viele Menschen beteiligt werden.

In kleinen Gruppen oder im Plenum wird diskutiert:

  • Welche Vorschläge sind besonders wichtig?
  • Was sollte zuerst umgesetzt werden?, Welche Ideen sind realistisch?

Dafür können z.B. genutzt werden:

  • Klebepunkte, Abstimmungen
  • Diskussionen

Die wichtigsten Ergebnisse werden anschließend:

  • gebündelt, konkretisiert, priorisiert

und in einen gemeinsamen Aktionsplan überführt.

  • das Modell
  • Diskussionen, Prioritäten
  • Vorschläge, entstandene Pläne
  • Fotos, Berichte,Karten
  • digitale Dokumentation

Die Ergebnisse werden zu einem übersichtlichen Maßnahmen- oder Aktionsplan zusammengeführt.

Dabei sollte sichtbar werden:

  • welche Ideen priorisiert wurden
  • welche nächsten Schritte geplant sind
  • wer verantwortlich ist

Der Aktionsplan wird:

  • Verwaltung, Politik
  • Planungsbüros, Beteiligten

zur Verfügung gestellt.

Wichtig:
Kommuniziere transparent, wie mit den Ergebnissen weitergearbeitet wird.

Quelle: https://mobilitaetsplanung-hessen.de/methodenkoffer-partizipative-planung/

Hinweise

Tipps

  • Mit einem möglichst einfachen und gut lesbaren Modell arbeiten.
  • Menschen beteiligen sich oft leichter, wenn sie direkt etwas sichtbar verändern können.
  • Genügend Zeit für Austausch und Diskussion einplanen.
  • Die Methode funktioniert besonders gut bei konkreten räumlichen Fragestellungen.
  • Das Modell möglichst öffentlich sichtbar nutzen, damit weitere Menschen spontan mitdiskutieren können.

Ungeeignet für

  • abstrakte oder rein theoretische Themen
  • sehr kurzfristige Prozesse
  • Projekte ohne realen Handlungsspielraum
  • Gruppen, die nicht über einen längeren Zeitraum beteiligt werden können

Im Anschluss

Im Anschluss bieten sich Methoden an, die die gesammelten Inhalte ordnen, vertiefen oder in konkrete Schritte überführen. Je nach Ziel können z.B. folgende Formate anschließen:

Workshop

Ein Workshop ist ein moderiertes Arbeitsformat, bei dem Teilnehmende gemeinsam eine Fragestellung bearbeiten, Ideen entwickeln oder Lösungen erarbeiten. Je nach Ziel können Informationen vermittelt, Probleme analysiert oder konkrete Maßnahmen entwickelt werden. Durch die aktive Mitarbeit aller Beteiligten eignet sich die Methode besonders für die gemeinsame Entwicklung von Ergebnissen.

KreativAktivierend

Bürgerforum

Das Bürgerforum ist ein Beteiligungsformat, das den Austausch zwischen Bürger:innen, Politik, Verwaltung und weiteren relevanten Akteur:innen ermöglicht. Ziel ist es, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen, gemeinsam Herausforderungen zu diskutieren und Lösungsansätze zu entwickeln. Durch die Kombination aus Präsenzveranstaltungen und digitalen Austauschformaten kann eine größere Anzahl an Menschen über einen längeren Zeitraum eingebunden werden.

StrukturiertAktivierend
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