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Themen Mapping

InformierenMitredenMitbestimmenReflexion & EvaluationAbschluss & WirkungStrukturieren & PriorisierenDigitalAnalog1 - 3 Stundendirekte Betroffeneorganisierte Akteur:innenkleine Gruppe bis 15EinfachStrukturiert

Themen Mapping ist eine Methode, um große Mengen an Informationen, Aussagen oder Ideen zu ordnen und verständlich zu strukturieren. Einzelne Beiträge werden gesammelt, nach inhaltlichen Gemeinsamkeiten gruppiert und zu Themenclustern zusammengeführt. 
Die Methode eignet sich besonders nach Workshops, Interviews, Umfragen oder Beteiligungsveranstaltungen, wenn viele unterschiedliche Ergebnisse vorliegen.

Ziel

Ziel des Themen Mappings ist es, Muster, Zusammenhänge und Schwerpunkte in einer großen Menge von Informationen sichtbar zu machen. Einzelne Aussagen werden dabei nicht isoliert betrachtet, sondern in Beziehung zueinander gesetzt.

Am Ende entsteht ein Überblick darüber, welche Themen die Beteiligten besonders beschäftigt haben und welche Fragestellungen für die weitere Bearbeitung relevant sind.

Wann sinnvoll?

  • viele Aussagen, Ideen oder Rückmeldungen aus einem Beteiligungsprozess vorliegen.
  • große Mengen an Notizen oder Dokumentationen strukturiert werden müssen.
  • unterschiedliche Perspektiven zusammengeführt werden sollen.
  • Themen für die weitere Bearbeitung identifiziert werden sollen.
  • Ergebnisse für Politik, Verwaltung oder Projektgruppen übersichtlich aufbereitet werden sollen.
  • eine Grundlage für weitere Analyse- oder Entscheidungsprozesse geschaffen werden soll.

Wann nicht sinnvoll?

  • wenn nur sehr wenige Ergebnisse oder Aussagen vorliegen.
  • wenn bereits feste Kategorien oder Themen vorgegeben sind.
  • wenn konkrete Entscheidungen getroffen werden sollen.
  • wenn statistische Auswertungen oder quantitative Analysen benötigt werden.
  • wenn die Ursachen oder Hintergründe von Themen detailliert untersucht werden sollen.

Ablauf

Zunächst alle vorhandenen Ergebnisse sammeln, z.B. Mitschriften, Fotos, Dokumenten und Audioaufnahmen. Jede Aussage sollte auf einer eigenen Karte oder einem eigenen Post-it stehen.

Entschieden, ob die Ergebnisse analog oder digital angelegt werden sollen.

Analoge Sammlung:

  • große Wandfläche oder Tisch
  • Moderationskarten oder Post-its
  • Stifte
  • Pinnwand oder Whiteboard

Digital eignen sich beispielsweise:

  • Miro
  • Mural
  • Conceptboard
  • digitale Whiteboards

Vor Beginn überlegen:

  • Wonach suchen wir?
  • Was möchten wir verstehen?, Welche Verbindungen gibt es?
  • Welche Erkenntnisse sollen entstehen?

Beispiel:

  • „Welche Herausforderungen werden besonders häufig genannt?“
  • „Welche Wünsche haben die Beteiligten?“
  • „Welche Themen tauchen immer wieder auf?“

Zunächst alle Karten ungeordnet auslegen. Hier noch keine Kategorien bilden. Ziel ist zunächst ein Überblick über das gesamte Material.

Karten mit ähnlichen Inhalten zusammenzulegen.

Dabei fragen:

  • Welche Aussagen gehören zusammen?
  • Welche Themen ähneln sich?
  • Welche Karten beschreiben dieselbe Herausforderung?
  • Welche Ideen verfolgen ein ähnliches Ziel?

Zu Beginn nicht zu viel diskutieren. Oft entsteht die Struktur intuitiv.

Aus den ersten Gruppen entstehen Themencluster.

Beispiele:

Mobilität

  • fehlende Fahrradwege
  • schlechte Busverbindungen
  • unsichere Kreuzungen

Aufenthaltsqualität

  • mehr Sitzgelegenheiten
  • Begrünung
  • Schattenplätze

Kommunikation

  • fehlende Informationen
  • unklare Zuständigkeiten
  • Wunsch nach mehr Austausch

Jedem Cluster einen aussagekräftigen Titel geben. Große Themenbereiche vermeiden, sondern konkret werden. 

Beispiele:

  • „Sicherheit im Straßenraum“
  • „Treffpunkte für Jugendliche“
  • „Barrierefreiheit“

Der Titel sollte die gemeinsame Bedeutung der Aussagen beschreiben.

Anschließend die Cluster als Ganzes betrachten.

Hilfreiche Fragen:

  • Welche Themen tauchen besonders häufig auf?
  • Welche Cluster hängen zusammen?
  • Welche Themen überraschen?
  • Welche Perspektiven fehlen?
  • Wo zeigen sich Konflikte?

Falls notwendig können die wichtigsten Themen priorisiert werden. Zum Beispiel durch Punktabfrage, Mehrpunktabstimmung oder Diskussion im Team. Dadurch wird sichtbar, welche Themen weiterbearbeitet werden sollen.

Am Ende liegt eine strukturierte Übersicht der gesammelten Ergebnisse vor.

Mögliche Resultate sind:

  • Themencluster
  • Schwerpunkte
  • Muster und Zusammenhänge
  • Prioritäten
  • Grundlage für weitere Auswertungen
  • Grundlage für Entscheidungen und Maßnahmen

Themen Mapping beantwortet nicht direkt die Frage, was getan werden soll. Die Methode hilft zunächst dabei zu verstehen, welche Themen vorhanden sind, welche Anliegen häufig genannt werden und welche Zusammenhänge zwischen verschiedenen Aussagen bestehen.

Die entstandenen Cluster können anschließend genutzt werden, um passende Ansprechpersonen und Zuständigkeiten zu identifizieren. So lässt sich beispielsweise erkennen, welche Themen an Fachämter, politische Ausschüsse, Projektgruppen oder andere relevante Akteur:innen weitergegeben werden sollten. Die strukturierte Aufbereitung erleichtert es Politik und Verwaltung außerdem, sich schnell in die Ergebnisse eines Beteiligungsprozesses einzuarbeiten.

Die ursprüngliche Post-it-Sammlung sollte nach der Auswertung in eine übersichtliche und nachvollziehbare Form überführt werden. Möglich sind beispielsweise:

  • Tabellen
  • Themensteckbriefe
  • Mindmaps
  • Präsentationen
  • Berichte
  • digitale Whiteboards
  • Infografiken

Dadurch werden die Ergebnisse leichter verständlich, einfacher kommunizierbar und langfristig dokumentiert. Besonders bei größeren Beteiligungsprozessen empfiehlt es sich, die Cluster zusätzlich digital aufzubereiten, damit sie von verschiedenen Beteiligten weiterbearbeitet, kommentiert oder ergänzt werden können.

Quelle: Kerr, J., Cheers, J., Gallegos, D., Blackler, A. & Kelly, N. (2023): The Art of Co-Design. A Guide Through Creative Collaboration. BIS Publishers.

Hinweise

Tipps

  • Nur eine Aussage pro Karte aufschreiben.
  • Möglichst die Originalformulierungen der Beteiligten nutzen.
  • Cluster erst am Ende benennen.
  • Neue Gruppen entstehen lassen, wenn Aussagen nicht passen.
  • Möglichst mit mehreren Personen arbeiten.
  • Zwischenschritte fotografieren.
  • Diskussionen über die richtige Zuordnung kurz halten.
  • Die Ergebnisse nach der Auswertung in einer übersichtlichen Form aufbereiten, damit auch Personen, die nicht am Prozess beteiligt waren, die Erkenntnisse schnell erfassen können.

Ungeeignet für

  • bereits klar vorgegebene Kategorien
  • nur sehr wenige vorliegende Ergebnisse
  • konkrete Entscheidungen die getroffen werden sollen
  • statistische Auswertungen

Im Anschluss

Im Anschluss bieten sich Methoden an, die die gesammelten Inhalte ordnen, vertiefen oder in konkrete Schritte überführen. Je nach Ziel können z.B. folgende Formate anschließen:

Thematische Analyse

Die Thematische Analyse ist eine Methode, um qualitative Daten systematisch auszuwerten. Ziel ist es, wiederkehrende Themen, Muster und Bedeutungen in Aussagen, Interviews, Notizen oder Beteiligungsergebnissen zu erkennen. Im Unterschied zum Affinity Mapping werden die Daten nicht nur sortiert, sondern gezielt analysiert und interpretiert.

StrukturiertEinfach

Gemeinsame Auswertung

Bei der Gemeinsamen Auswertung werden Ergebnisse nicht ausschließlich von Fachpersonen oder Projektverantwortlichen ausgewertet, sondern gemeinsam mit den Menschen, die an der Datenerhebung oder dem Beteiligungsprozess involviert waren. Ziel ist es, unterschiedliche Perspektiven in die Interpretation einzubeziehen und sicherzustellen, dass Ergebnisse nicht nur über die Beteiligten, sondern mit ihnen gemeinsam verstanden werden.

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Sensemaking

Sensemaking ist eine Methode zur gemeinsamen Auswertung und Interpretation von Informationen, Beobachtungen und Beteiligungsergebnissen. Anders als bei einer wissenschaftlichen Analyse geht es nicht darum, Daten systematisch zu codieren oder statistisch auszuwerten. Stattdessen werden Muster, Zusammenhänge, Themen und Erkenntnisse sichtbar gemacht, um ein gemeinsames Verständnis der Situation zu entwickeln.

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