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Lange Nacht der Museen

InformierenMitredenEinarbeitungVerstehen & Perspektiven sammelnAnalog1 - 3 Stundendirekte Betroffeneinteressierte Öffentlichkeitschwer erreichbare Gruppenorganisierte Akteur:innenso viele wie möglichEinfachKreativ

Die Lange Nacht der Museen ist ein Veranstaltungsformat, bei dem mehrere Einrichtungen ihre Türen über die regulären Öffnungszeiten hinaus öffnen und ein gemeinsames Programm anbieten. Besucher:innen können verschiedene Orte erkunden, Ausstellungen besuchen, an Führungen teilnehmen und mit Akteur:innen ins Gespräch kommen. Im Beteiligungskontext wird das Prinzip genutzt, um Projekte, Planungen, Orte oder Zukunftsthemen erlebbar zu machen. An verschiedenen Stationen werden Informationen vermittelt, Ideen vorgestellt und Gespräche ermöglicht. Statt einer klassischen Informationsveranstaltung entsteht ein offenes Veranstaltungsformat, das Menschen zum Entdecken, Mitmachen und Austauschen einlädt.

Ziel

Die Lange Nacht der Museen macht Projekte, Orte und Zukunftsthemen für eine breite Öffentlichkeit zugänglich. Durch die Kombination aus Information, Erlebnis und Begegnung entsteht ein niedrigschwelliger Zugang zu komplexen Themen. Gleichzeitig bietet die Methode die Möglichkeit, Rückmeldungen, Fragen und erste Ideen der Besucher:innen zu sammeln.

Wann sinnvoll?

  • zur öffentlichen Vorstellung von Projekten und Vorhaben.
  • bei Themen, die durch Ausstellungen, Modelle oder Installationen erlebbar gemacht werden können.
  • zur Aktivierung neuer Zielgruppen.
  • zur Vernetzung verschiedener Akteur:innen und Einrichtungen.
  • als Auftakt oder Zwischenstand eines Beteiligungsprozesses.
  • wenn viele Menschen niedrigschwellig erreicht werden sollen.

Wann nicht sinnvoll?

  • zur Entwicklung konkreter Maßnahmen.
  • für intensive Arbeits- oder Diskussionsprozesse.
  • wenn verbindliche Entscheidungen getroffen werden sollen.
  • bei sehr kleinen Zielgruppen.
  • wenn ausschließlich detaillierte Fachinformationen vermittelt werden sollen.

Ablauf

Zu Beginn wird festgelegt, welche Inhalte vermittelt werden sollen und welche Zielgruppen erreicht werden sollen.

Mögliche Themen:

  • Stadtentwicklung
  • Mobilität
  • Klimaanpassung
  • Kulturentwicklung
  • Quartiersentwicklung
  • Zukunftsvisionen für einen Ort

Anschließend werden die beteiligten Orte und Akteur:innen festgelegt.

Dies können sein:

  • Museen
  • Kulturzentren, Stadtteilzentren
  • öffentliche Einrichtungen
  • Vereine, Projektflächen
  • leerstehende Gebäude

Je vielfältiger die Orte sind, desto abwechslungsreicher wird die Veranstaltung.

Für jeden Ort wird ein passendes Format entwickelt.

Mögliche Angebote:

  • Führungen
  • Kurzvorträge, Filmvorführungen
  • Ausstellungen
  • Modellpräsentationen
  • Mitmachstationen, Workshops
  • Gesprächsinseln

Dabei sollte ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Information und Interaktion entstehen.

Da häufig mehrere Stationen beteiligt sind, sollte eine Orientierungshilfe vorbereitet werden.

Beispiele:

  • Lageplan
  • Programmheft
  • Website
  • App
  • Beschilderung

Die Wege zwischen den Stationen sollten möglichst einfach nachvollziehbar sein.

Die Veranstaltung wird frühzeitig beworben.

Geeignete Kanäle:

  • lokale Presse, kommunale Webseiten
  • soziale Medien
  • Newsletter
  • Vereine und Initiativen, Schulen und Bildungseinrichtungen

Besonders wichtig ist die Ansprache von Menschen, die bisher wenig Berührung mit dem Thema hatten.

Zu Beginn werden Anlass, Ziel und Programm vorgestellt.

Besucher:innen erhalten Informationen über:

  • Stationen
  • Programmablauf
  • Beteiligungsmöglichkeiten
  • Dokumentation und Feedbackmöglichkeiten

Die Besucher:innen bewegen sich selbstständig zwischen den verschiedenen Stationen.

An den einzelnen Orten können Informationen vermittelt, Projekte vorgestellt oder Zukunftsideen sichtbar gemacht werden.

Wichtig ist, dass Fachleute, Projektverantwortliche oder lokale Akteur:innen als Ansprechpersonen zur Verfügung stehen.

Ein zentraler Bestandteil der Methode sind informelle Gespräche.

Dazu eignen sich:

  • moderierte Gesprächsinseln
  • offene Fragerunden
  • Feedbackwände
  • Kommentarkarten
  • digitale Beteiligungstools

Mögliche Leitfragen:

  • Welche Chancen werden gesehen?
  • Welche Herausforderungen bestehen?
  • Was fehlt aus Sicht der Besucher:innen?
  • Welche Ideen sollten weiterverfolgt werden?

Während der gesamten Veranstaltung werden Meinungen, Fragen und Anregungen dokumentiert.

Dies kann erfolgen durch:

  • Notizen
  • Kartenabfragen
  • digitale Kommentare
  • Interviews
  • Audio- oder Videoaufzeichnungen

Zum Ende der Veranstaltung können zentrale Eindrücke und Erkenntnisse zusammengeführt werden.

Je nach Format erfolgt dies:

  • im Plenum,
  • in einer Abschlussdiskussion,
  • oder durch eine öffentliche Zusammenfassung.

Die Veranstaltung wird dokumentiert.

Mögliche Bestandteile:

  • Fotodokumentation
  • Ausstellungsdokumentation
  • Ergebnisbericht
  • Zusammenfassung von Rückmeldungen
  • Videoaufzeichnungen

Alle gesammelten Rückmeldungen werden thematisch geordnet und ausgewertet.

Besonders relevant sind:

  • häufig genannte Themen
  • Verbesserungsvorschläge
  • offene Fragen
  • neue Ideen und Perspektiven

Die wichtigsten Erkenntnisse werden öffentlich zugänglich gemacht.

Dadurch wird nachvollziehbar, welche Beiträge eingebracht wurden und wie diese weiterverwendet werden.

Häufig entstehen während der Veranstaltung neue Fragen oder Themen.

Diese können in weiteren Beteiligungsformaten vertieft werden.

Quelle: Bujdosó, A. (Hrsg.) (2019): Social Design Cookbook. Recipes for Social Cooperation. Kitchen Budapest, Budapest. 

Hinweise

Tipps

  • Die Veranstaltung sollte Erlebnis und Information miteinander verbinden.
  • Unterschiedliche Formate erhöhen die Attraktivität für verschiedene Zielgruppen.
  • Kurze und verständliche Informationen werden häufig besser angenommen als lange Fachvorträge.
  • Die Wege zwischen den Stationen sollten einfach und barrierefrei gestaltet werden.
  • Rückmeldemöglichkeiten sollten sichtbar und leicht zugänglich sein.
  • Auch außerhalb klassischer Kulturorte können interessante Veranstaltungsorte entstehen.
  • Eine angenehme Atmosphäre erhöht die Bereitschaft zum Austausch.

Ungeeignet für

  • Vorhaben, bei denen konkrete Entscheidungen vorbereitet oder getroffen werden sollen.
  • Prozesse, die eine gemeinsame Erarbeitung detaillierter Planungsinhalte erfordern.
  • Themen, die vertraulich oder sensibel behandelt werden müssen.
  • Beteiligungsformate, bei denen eine intensive Diskussion zwischen allen Teilnehmenden im Mittelpunkt steht.
  • Veranstaltungen mit begrenzten personellen, zeitlichen oder finanziellen Ressourcen für Organisation und Koordination.

Im Anschluss

Im Anschluss bieten sich Methoden an, die die gesammelten Inhalte ordnen, vertiefen oder in konkrete Schritte überführen. Je nach Ziel können z.B. folgende Formate anschließen:

World-Café

Das World-Café ist ein Beteiligungsformat, das den offenen Austausch von Wissen, Erfahrungen und Ideen ermöglicht. Die Teilnehmenden diskutieren dabei in kleinen Gruppen an mehreren Tischen zu vorbereiteten Fragen. Durch regelmäßige Tischwechsel entstehen neue Gesprächskonstellationen, wodurch Gedanken weiterentwickelt, Perspektiven verbunden und gemeinsame Ideen sichtbar werden. Die Atmosphäre orientiert sich bewusst an einem Café: offen, informell und einladend. Dadurch eignet sich die Methode besonders gut, um viele Menschen niedrigschwellig in einen Dialog einzubeziehen und gemeinsames Nachdenken anzuregen. Ein World-Café kann eigenständig stattfinden oder Teil einer größeren Veranstaltung sein.

StrukturiertAktivierend

Open Space

Open Space ist ein offenes Beteiligungsformat, bei dem die Teilnehmenden selbst bestimmen, welche Themen diskutiert werden. Es gibt lediglich ein gemeinsames Leitthema als Rahmen. Welche Fragestellungen bearbeitet werden und wie die Gespräche verlaufen, entwickelt sich aus den Interessen und Ideen der Gruppe. Die Methode eignet sich besonders, wenn viele unterschiedliche Perspektiven, Erfahrungen und Ideen zusammenkommen sollen. Teilnehmende können sich frei zwischen Arbeitsgruppen bewegen, Themen einbringen oder einfach zuhören. Dadurch entsteht ein dynamischer und selbstorganisierter Austausch.

AktivierendKreativ

Workshop

Ein Workshop ist ein moderiertes Arbeitsformat, bei dem Teilnehmende gemeinsam eine Fragestellung bearbeiten, Ideen entwickeln oder Lösungen erarbeiten. Je nach Ziel können Informationen vermittelt, Probleme analysiert oder konkrete Maßnahmen entwickelt werden. Durch die aktive Mitarbeit aller Beteiligten eignet sich die Methode besonders für die gemeinsame Entwicklung von Ergebnissen.

KreativAktivierend
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